Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident des FC Bayern, in zwei Jahren wird auch Karl-Heinz Rummenigge seinen Posten räumen. Das neue starke FCB-Duo besteht ab 2022 aus Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić. Klappt die Führung unter den beiden neuen starken Männern? Die Jahreshauptversammlung gab schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf.

Jahrzehntelang haben Hoeneß und Rummenigge eine Führungsära beim FC Bayern geprägt. Bald schon gehören diese erfolgreichen Zeiten der Vergangenheit an. Angst und Bange aber ist den Fans nicht, das wurde auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag deutlich. Oliver Kahn wird auch Rummenigge folgen. Sobald der Name „Kahn“ fiel, gab es frenetischen Applaus von den anwesenden gut 6000 Fans. Es war zu spüren: Oliver Kahn genießt vollstes Vertrauen, seinen Einstieg können die Fans kaum noch erwarten. Niemand hat Zweifel an seiner Kompetenz. Ganz anders sieht/sah die Sachlage bei Hasan Salihamidžić aus. Er kämpft um das, was Kahn uneingeschränkt bekommt.

Kann sich Salihamidžić halten?

Salihamidžić ist alles andere als unumstritten. Auf der JHV baten Hoeneß und Rummenigge daher um Anerkennung für ihren Schützling. Beide baten die Fans um Vertrauen. Salihamidžić sei noch sehr jung und brauche die volle Unterstützung. Die Anhänger der Münchner jedoch sind skeptisch. Besonders die Interviews des baldigen Sportvorstands wirken oftmals etwas unbeholfen. Vielleicht hilft Salihamidžić auch die Zusammenarbeit mit Kahn. Der 50-Jährige ist der Inbegriff der rhetorischen Souveränität. Genau das fehlt dem Bosnier aktuell noch. Werden die beiden in Zukunft auf Augenhöhe zusammenarbeiten können? Auch, wenn Hoeneß sein Amt des Präsidenten abgegeben hat: Braucht sein FC Bayern Hilfe, wird er auch aus dem Hintergrund helfend agieren. Sein Vertrauen hat Salihamidžić. Und Kahn ohnehin. Das neue Führungsduo soll in zwei Jahren durchstarten, bis dahin kann sich Bayerns Sportvorstand noch ausreichend verbessern.

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