In einem Gespräch mit dem Istanbuler Bürgermeisterkandidaten Murat Kurum hat Fenerbahçe-Präsident Ali Koç den Vorschlag unterbreitet, den in Saudi-Arabien abgesagten türkischen Supercup in einer der vom Erdbeben im vergangenen Jahr betroffenen Regionen auszutragen. 

AKP-Mitglied und Istanbuler Bürgermeisterkandidat Murat Kurum hat dem Süper-Lig-Tabellenführer Fenerbahçe auf dem Vereinsgelände einen Besuch abgestattet. Dabei hatte sich der Politiker auch mit dem Klubpräsidenten Ali Koç unterhalten. Letzterer hoffe, dass Kurum seinen Einfluss in der türkischen Regierungspartei geltend machen könne:

So bat Koç darum, dass man auf Regierungsebene darüber diskutieren möge, die Süper Kupa, der eigentlich in Saudi-Arabien hätte stattfinden sollen, aber kurzfristig abgesagt worden war, in einem der vom verheerenden Erdbeben im vergangenen Jahr betroffenen Gebiete austragen zu lassen.

Supercup nicht in Saudi-Arabien, sondern in einem Erdbebengebiet

Am 6. Februar 2023 wurde das türkisch-syrische Grenzgebiet von einer verheerenden Erdbebenserie erschüttert, die fast 60.000 Menschen das Leben kostete und Unsummen an Materialschäden mit sich brachte. Bald jährt sich dieses schreckliche Ereignis zum ersten Mal und Fenerbahçe-Präsident Ali Koç will den Fußball nutzen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Menschen in den betroffenen Gebieten zu lenken.

Im Gespräch mit dem Istanbuler Bürgermeisterkandidaten Murat Kurum sagte der 56-Jährige: „Als ein Politiker, der zur Regierungspartei (AKP) gehört, würden wir Sie gerne darum bitten, vorzuschlagen, dass der Supercup in einem Erdbebengebiet ausgetragen wird. Ich denke, das wäre sehr hilfreich.“ Die Antwort: „Das werden wir unterstützen. Ich möchte dem Herrn Präsidenten, Ali Koç, für seine Sensibilität danken.“

Eigentlich hätte der türkische Süpercup am 29. Dezember in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ausgetragen werden sollen, aufgrund von Verboten der Organisatoren, Abbildungen und Zitate des türkischen Landesvaters Mustafa Kemal Atatürk zu zeigen, hatten sich die beiden teilnehmenden Vereine, Galatasaray und Fenerbahçe, kurzfristig dazu entschieden, das Spiel nicht auszutragen. Seither sind die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien angespannter als ohnehin schon. Ob der Süpercup im reichen Wüstenstaat nachgeholt werden wird, bleibt daher fraglich.

Fenerbahçe will Benefizturnier für Erdbebenopfer organisieren 

Ali Koç gab ebenfalls an, dass man zum Jahrestag der Erdbebenkatastrophe plane, ein Benefizturnier zu organisieren. Teilnehmen sollen Legenden und kürzlich in Rente gegangener Fußballspieler der großen Istanbuler Klubs Fenerbahçe, Galatasaray und Beşiktaş sowie weiterer Vereine. Die Einnahmen aus diesem Turnier sollen an die Erdbebenopfer gespendet werden.

„Wir werden unsere Mitbürger dort nicht vergessen und wir werden sie nicht vergessen lassen. Wir haben auch mit der TFF vor einer Weile darüber gesprochen. Ich hoffe, wir können dieses Projekt mit vereinter Kraft gemeinsam organisieren. Ihr werdet schon sehen. Es wird so ein großer Erfolg werden, dass daraus eine Tradition werden wird. Wir haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen.“, so Koç.