Fenerbahçe-Fans haben am frühen Morgen die aus Trabzon zurückgekehrte Mannschaft in Empfang genommen. Der 3:2-Auswärtssieg bei Trabzonspor, der im Nachgang von einem Platzsturm der Fans sowie Schlägereien unter Zuschauern, Spielern und Funktionären überschattet wurde, wurde dabei ausgiebig gefeiert.

Montagmorgen, kurz nach 4:00 Uhr, Ausgang Ankunftsterminal am Istanbuler Flughafen – ein kleiner, aber nicht übersehbarer und vor allem nicht zu überhörender Pulk an Fenerbahçe-Fans hatte sich versammelt, um die „Kanarienvögel“ nach dessen Heimflug aus Trabzon in Empfang zu nehmen. Als die Spieler aus dem Gebäude kamen, stimmten die Fans Gesänge an, feierten ihre Helden. Viele Spieler schienen ob der nächtlichen Folklore etwas verdutzt, Mert Hakan Yandaş ergriff derweil selbst das Wort: „Vielen Dank, dass Sie zu dieser Nachtzeit hierher gekommen sind. Das Fenerbahçe-Wappen wird niemals zu Boden fallen. Die Größe von Fenerbahçe ist weder abhängig von Meisterschaften noch von Pokalsiegen. Unabhängig vom Ende dieser Saison bin ich stolz – auf euch Fans und auf jeden in diesem Team“, erklärte der Führungsspieler.

Stummer Schläger Osayi-Samuel abgefeiert 

Explizit besungen und gefeiert wurden dabei auch Michy Batshuayi und Bright Osayi-Samuel. Batshuayi erzielte gegen Trabzonspor drei Minuten vor dem regulären Ende den umjubelten Treffer zum 3:2-Endtstand. Beide waren es aber, die vor allem in den Tumulten nach Spielende präsent waren. Während der belgische Stürmer gegen einen herannahenden Fan zu einem Kung-Fu-Tritt ansetzte, schlug Osayi-Samuel mit vollem Lauf und der Faust auf einen anderen Randalierer ein, streckte anschließend auch einen zweiten Trabzonspor-Anhänger nieder. Osayi-Samuel richtete keine Worte an die Fans, wurde nach lautem Jubel aber von Yandaş löblich am Kopf getätschelt und bekam von seinem Teamkollegen einen Kuss auf die Stirn.

Mannschaftsbus wurde per Polizeieskorte bis ans Rollfeld gebracht

Dass Fenerbahçe überhaupt erst um 4 Uhr am frühen Montagmorgen in Istanbul landete, lag daran, dass Spieler und Staff rund drei Stunden nach den skandalösen Zuständen auf dem Rasen im Stadion ausharren mussten. Die Polizei sicherte in dieser Zeit auf der Schnellstraße zwischen Stadion und Flughafen jede Ein- und Ausfahrt, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Auch musste Fenerbahçe nicht das übliche Prozedere am Flughafen selbst durchlaufen, sondern wurde direkt aufs Rollfeld eskortiert.