Im hitzigen Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Trabzonspor fuhr Fenerbahçe drei immens wichtige Punkte im Meisterrennen ein. Auf eine souveräne erste Halbzeit, in welcher der Brasilianer Fred (13./45.+4) mit einem Doppelpack stark aufspielte, gab man im zweiten Durchgang die 2:0-Führung zwischenzeitlich aus der Hand. Die Kartal-Truppe zog in der Schlussphase dank des eingewechselten Batshuayi (87.) den Kopf dann doch noch aus der Schlinge. Mit dem Auswärtsdreier bleibt Fener Tabellenführer Galatasaray weiterhin dicht auf den Fersen.

Im Vergleich zum Auswärtsspiel unter der Woche bei Union Saint-Gilloise (0:1) veränderte Fener-Coach Ismail Kartal seine Startelf auf vier Positionen. Im Tor rückte wieder Stammtorhüter Livaković für Eğribayat nach. Darüber hinaus ersetzten Aziz, Tadić und Džeko die auf die Bank rotierenden Oosterwolde, Kent und Batshuayi. 

Fred-Hammer bringt Fener in Front

Gegen den Tabellendritten aus Trabzon gingen die Gäste aus Istanbul von Beginn an mit der entsprechenden Seriosität in die Partie, und übernahmen auch rasch die Kontrolle im Spiel. In der energischen Anfangsphase folgte auch prompt der verdiente Führungstreffer. Tadić bediente im Mittelfeld den völlig freistehenden Fred. Der Brasilianer nahm sich aus knapp 27 Metern ein Herz, und nagelte das Leder mit einem Hammer ins Netz – bei dem hart getretenen Ball, der sehr präzise ins rechte Eck ging, blieb Trabzon-Torhüter Çakır chancenlos (13.). Wenige Minuten später hatten die Gäste beinahe den zweiten Treffer erzielen können. Einen Freistoß von Szymański ließ Çakır zunächst nach vorne abprallen. Den zweiten Versuch setzte Tadić allerdings per Kopf knapp über das Tor (19.). Bis zur Nachspielzeit gab die Partie keine größeren Höhepunkte her. Dann wurde abermals der stark aufspielende Fred von Tadić in Strafraumnähe bedient. Der Brasilianer nahm den Ball gut mit, dribbelte sich in den Strafraum und netzte völlig unbedrängt kaltschnäuzig zum zweiten Treffer ein (45.+ 4). Gegen sehr passive Hausherren aus Trabzon ging es aus Fener-Sicht mit der verdienten 2:0-Führung in die Halbzeitpause.

Fener gibt Führung aus der Hand, Batshuayi rettet den Sieg

Personell wechselte Kartal zur Halbzeitpause nur einmal. Für Aziz kam Ooserwoolde (46.) neu in die Partie. Die Gäste ließen es im zweiten Durchgang merklich ruhiger angehen, beschränkten sich auf die Defensivarbeit und ließen dabei die Gastgeber aus Trabzon kommen. Der Avcı-Truppe fiel allerdings offensiv erschreckend wenig ein. Da sportlich von beiden Seiten wenig kam, ließen die Trabzonspor-Fans mit Beginn des zweiten Durchgangs ihren Unmut freien Lauf, und sorgten mit mehreren Becherwürfen, die auch Spieler trafen, immer wieder für kürzere Spielunterbrechungen. Neben Becherwürfen gingen die Fans gar einen Schritt weiter, und warfen auch Feuerwerkskörper auf das Feld. Schiedsrichter Halil Umut Meler sah allerdings keinen Anlass, das Spiel zu unterbrechen. Der Unmut der eigenen Fans sollte die eigenen Spieler nochmals beflügeln, denn durch einen sehenswerten Freistoß von Bardhi (63.) kam Trabzonspor dann doch noch zum Anschlusstreffer. Die Chance auf den Ausgleichstreffer hatte wenige Minuten später Pepe, der im direkten Duell gegen Livaković allerdings den Kürzeren zog (74.). Eine Unzulänglichkeit in der Defensive wurde aus Fener-Sicht dann prompt bestraft. Mit einem hohen Bein gegen Pepe verursachte Djiku völlig zurecht einen Foulelfmeter, den Trézéguet (78.) sicher verwandelte. Die Hausherren drängten im Anschluss daran auf den Führungstreffer, und versuchten dabei die völlig verunsicherten Fener-Spieler ein drittes Mal zu schocken. Statt des dritten Gegentreffers gab es dann noch den Lucky Punch aus Sicht der Gelb-Marineblauen. Einmal mehr bewies Trainer Kartal mit der Einwechslung von Batshuayi ein Goldenes Händchen. Der „Batsman“ nagelte aus kürzester Entfernung das Leder zum 3:2, und führte seine Mannschaft zum wichtigen Auswärtssieg (87.). Am 3:2-Endergebnis änderte dann auch die üppige Nachspielzeit von zehn (!) Minuten nichts mehr. Nach Abpfiff der Partie liefen mehrere Trabzon-Fans auf den Rasen, nachdem die Fener-Spieler ihren Sieg ausgelassen feierten – einmal mehr unschöne Szenen, die bei einem Süper-Lig-Spiel seit geraumer Zeit allerdings keine Seltenheit mehr darstellen.

Nach anstrengenden Wochen geht es auch für Fenerbahçe zunächst in die wohlverdiente Länderspielpause. Im ersten April-Wochenende geht es dann im Liga-Alltag vor heimischer Kulisse im Ülker Stadyumu gegen Adana Demirspor weiter.