Auf das blamable Pokal-Aus unter der Woche gegen Ankaragücü (0:3) hat Fenerbahçe mit dem nächsten Ligasieg geantwortet. Auswärts in Mersin gegen Hatayspor siegten die „Kanarienvögel“ letztlich souverän mit 2:0. Bright Osayi-Samuel und Cengiz Ünder schossen den Auswärtssieg bereits in der ersten Halbzeit heraus. 

Fenerbahçe-Trainer Ismail Kartal rotierte im Vergleich zur Pokal-Blamage gegen Ankaragücü am vergangenen Dienstag auf satten sieben Positionen und brachte neben Torwart Livakovic zudem Becao, Söyüncü, Kadıoğlu, Yüksek, Yandaş und Džeko zurück in die Startelf. Einzig unverändert blieb damit das offensive Mittelfeld um Tadic, Szymanski und Ünder.

Osayi-Samuel und Dzeko in vertauschter Rolle – Ünder mit der Innenseite

Jenes Offensivtrio sollte nur wenige Minuten nach Spielbeginn bereits das erste Mal in Erscheinung treten, Szymanski (3.) konnte mit einem Flachschuss Hatay-Keeper Kardeşler aber nicht überwinden. Dass der Rückhalt der Hausherren vor einem durchaus beschäftigungsreichen Samstagabend stand, war ohnehin schnell klar. Immer wieder kam Fenerbahçe durch schnelle Kombinationen (und Nachlässigkeiten der gegnerischen Abwehr) zu aussichtsreichen Torchancen, die von Kardeşler noch vereitelt worden – so auch bei einem Džeko-Schuss nach elf Minuten. In der 25 Minute war er dann geschlagen: In ungewohnter Umgebung verschaffte sich Džeko auf der linken Außenbahn Platz, spielte dann scharf Richtung Strafraummitte, wo der von rechts eingelaufene Osayi-Samuel den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Vor allem über die linke Tadic-Seite initiierten die Kanarienvögel fortan ihre Angriffe, so auch vor dem zweiten Treffer: Tadic flankte von dort in den Strafraum, wo Ünder das Leder aus halbrechter Position direkt mit der Innenseite nahm und technisch ganz stark in die linke untere Torecke verwandelte (40.). Mit der 2:0-Führung ging es für Fenerbahçe in die Pause.

Fred feiert umjubeltes Comeback 

Während Ismail Kartal personell zunächst nicht tätig wurde, brachte Hatayspor-Trainer Volkan Demirel Strandberg zum Start der zweiten Halbzeit. Und der Schwede sollte sogleich für Gefahr sorgen, sein Kopfball (48.) flog aber am Tor vorbei. In dieser Phase nach dem Seitenwechsel hatten dann beide Mannschaften ihre Chancen – Yandas (53.) und Kadıoğlu (55.) scheiterten entweder am weiterhin starken Kardeşler oder einem sich noch in den Weg schmeißenden Verteidiger, Livakovic verhinderte auf der Gegenseite eine gute Gelegenheit für Dervişoğlu zum möglichen Anschlusstreffer (59.). Unter lautem Applaus der zahlreichen in Mersin anwesenden Kadıköy-Fans betrat in der 65. Minute dann Fred den Platz, der damit sein Comeback nach Verletzungspause feierte – das letzte echte Highlight einer ansonsten eher langweiligen zweiten Halbzeit.

Mit den nächsten drei Punkten im Gepäck steht Fenerbahçe nun bei 73 Zählern und mindestens bis Sonntagabend wieder an der Tabellenspitze der Süper Lig. Dann trifft Verfolger Galatasaray im Derby auf Besiktas. Nächster Gegner der Kanarienvögel in der Liga ist dann Pendikspor, zuvor geht es noch in der Conference League gegen Royal Union Saint-Gilloise.