Beşiktaş-Kapitän Cenk Tosun ließ verlautbaren, wie leid es ihm tat, dass er den Elfmeter, den er beim 0:0 gegen Antalyaspor am vergangenen Sonntag trat, nicht im Tor unterbringen konnte. Besonders angesichts der tollen Aktion, die die Beşiktaş-Fans während des Spiels starteten, indem sie Teddybären und Spielsachen aufs Feld warfen, damit diese den von der Erdbebenkatastrophe betroffenen Kindern gespendet werden sollen, war Tosun über seine eigene Leistung an diesem Abend sehr enttäuscht. 

Am Sonntagabend wurde das Nachholspiel vom 14. Spieltag zwischen Beşiktaş und Antalyaspor zuhause bei den „Schwarzen Adlern“ ausgetragen. Das Spiel endete mit einem für die Gastgeber enttäuschenden 0:0. Das Endergebnis selbst sorgte an diesem Abend allerdings nicht für Schlagzeilen, sondern vor allem die Aktion der Beşiktaş-Fans. In der fünften Spielminute warfen tausende Stadionbesucher Teddybären und Spielsachen auf das Spielfeld. Damit sollte einerseits auf das schreckliche Kindesleid, hervorgerufen durch die Erdbebenwelle im türkisch-syrischen Grenzgebiet hingewiesen werden, andererseits sollten diese Votive den Kindern in Not zugesandt werden, um ihnen in diesen schweren Zeiten ein wenig Trost zu spenden.

Beşiktaş-Kapitän über schwache Leistung auf dem Platz enttäuscht 

Diese Aktion zeigte sichtlich Wirkung, auch bei den Spielern auf dem Platz. Beşiktaş-Kapitän Cenk Tosun war von den eigenen Fans so bewegt, dass er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Wie er später zugab, war er von dieser Aktion so ergriffen, dass es ihm schwerfiel, sich aufs Fußballspielen zu konzentrieren. Dennoch wollte er nun umso mehr, den Sieg sichern, um den eigenen Fans etwas zurückzugeben. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings. „Ich war traurig und weinte als die Spielsachen für die von den Erdbeben betroffenen Kinder von den Zuschauerrängen aufs Spielfeld geworfen worden. Ich konnte mich davon nicht freimachen.“

In der Partie, in der Beşiktaş zwar überlegen war, aber zu selten wirklich zwingend, hatte Tosun die große Chance, seiner Mannschaft den Sieg dennoch zu sichern: In der 94. Spielminute wurde Tosun von Gästetorwart Dadakdeniz im gegnerischen Strafraum gefoult und trat anschließend selbst an, um den Strafstoß zu verwandeln. Der Elfmeter war aber unpräzise geschossen und Dadakdeniz hielt, womit er seiner Mannschaft auch das glückliche 0:0 rettete. Gegenüber der türkischen Zeitung „Hürriyet“ gab Tosun dann an: „Es tut mir leid, ich entschuldige mich bei meinen Fans! Ich habe den 13. Elfmeter verschossen, bei dem ich antrat. Ich hatte zuvor 12-mal vom Punkt getroffen, doch die Nummer 13 war eine Unglückszahl. Die Erdbebenkatastrophe, die unser Land erschütterte, hat unser aller Moral völlig durcheinandergewirbelt.“

Tosun verspricht Fans „Wiedergutmachung“ 

Angesichts der tollen Beşiktaş-Fans und ihrer Aktionen für die Erdbebenopfer wollte Tosun die so aber nicht stehen lassen und versprach, dass man für die verlorenen zwei Punkte „Wiedergutmachung“ leisten werde. „Niemand braucht sich Sorgen zu machen. Wir werden die verlorenen zwei Punkte gegen Antalya wiedergutmachen, denn wir haben ein starkes Team!“ Mit diesen Worten nahm der 31-Jährige sowohl sich als auch seine Mitspieler in die Pflicht, in Zukunft wieder stärker aufzutreten und im Kampf um die europäischen Plätze noch einmal alles in die Waagschale zu werfen. Tosun selbst spielt unterm Strich eine gute Saison: In bislang 23 Pflichtspieleinsätzen kann der in Wetzlar geborene türkische Nationalspieler bislang 12 Tore und zwei Vorlagen vorweisen. Diese Zahlen will er in den künftigen Partien sicherlich nach oben korrigieren.