Nach zehn Tagen häuslicher Quarantäne hat sich Beşiktaş-Trainer Sergen Yalçın am Freitag gegenüber dem türkischen TV-Sender "A Spor" erstmals ausführlich zur aktuellen Lage in der Corona-Krise geäußert. Dabei klagte der 47-Jährige über die große Ungewissheit, die sowohl der Mannschaft als auch dem Management in ihrer Arbeit extrem schade. 

"Das wichtigste ist, dass den Menschen jetzt bestmöglich geholfen wird, die es am dringendsten benötigen", erklärte Sergen Yalçın in einem Telefon-Interview mit dem türkischen Fernsehsender aSpor. Genau wie die komplette Mannschaft ist der Beşiktaş-Trainer seit mittlerweile eineinhalb Wochen in häuslicher Quarantäne. Das Haus verlässt er nur für das Nötigste – zum Beispiel um einzukaufen oder einen wichtigen Termin auf der Geschäftsstelle. Um sich selbst macht sich Yalçın aber weniger Sorgen: "Wenn das noch über Wochen so weiter geht, werde ich bestimmt fünf bis sechs Kilo zunehmen." Viel mehr beschäftigt ihn der drohende Leistungsabfall der Mannschaft: "Natürlich haben sie von uns Pläne bekommen, wie sie sich bestmöglich fit halten. Aber zuhause geht das eben nur beschränkt. Wenn sich die Pause noch länger hinzieht, verlieren wir 50 Prozent unserer aufgebauten Substanz", prognostiziert der Yalçın.

Unklar ist auch, wie es dann – egal wie die aktuelle Saison zu Ende gespielt wird – ab Sommer weitergeht. "Wir versuchen jetzt schon Planungen für die nächste Saison durchzuführen und Transfers zu prüfen. Aber wir können uns mit niemandem Treffen", erklärt der BJK-Coach die verzwickte Lage und fügt an: "Keiner weiß bisher auch, wie viel Geld wir nach der Krise wirklich zur Verfügung haben. Es ist eine sehr schwierige Situation für alle." Damit der Ball schnellstmöglich wieder rollt, müsse jeder Einzelne nun dazu beitragen, die Vorgaben der Regierungen zu beachten und umzusetzen, betont Yalçın.