Mit einem 3:0-Sieg bei Olimpija Ljubljana hat Galatasaray am Dienstagabend einen großen Schritt in Richtung Play-offs, bei denen um den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase gespielt wird, gemacht. Im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde präsentierten sich die „Löwen“ im Vergleich zu den Gastgebern als die effizientere und reifere Mannschaft.

Einmal mehr ließ Galatasaray-Trainer Okan Buruk seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 auflaufen. Dieses setzte sich aus Muslera, dem anstelle von Angeliño in die Anfangsformation gerückten Karataş, Bardakcı, Nelsson, Boey, Oliveira, Kutlu, Aktürkoğlu, Mertens, Yılmaz sowie Startelf-Debütant Bakambu zusammen. Während es Mauro Icardi erstmals nach seiner festen Verpflichtung in den Spieltagskader schaffte, waren Wilfried Zaha und Kerem Demirbay noch nicht mit von der Partie. Zudem fehlte Nicolò Zaniolo wie schon beim Rückspiel gegen Žalgiris Vilnius vor sechs Tagen.

Ljubljana zunächst mindestens gleichwertig

Die „Löwen“ starteten mit viel Schwung in die Begegnung, was bereits nach einer Minute eine erste halbwegs gefährliche Chance durch Bakambu nach sich zog. Davon ließen sich die Gastgeber aber keineswegs beeindrucken – im Gegenteil: Ljubljana agierte in der Anfangsphase überraschend mutig und somit angriffslustiger als erwartet. Ein unnötiger Ballverlust tief in der eigenen Hälfte verhalf Galatasaray dann aber zur schnellen Führung, die Aktürkoğlu nach Balleroberung und anschließender Vorarbeit von Yılmaz durch einen platzierten Abschluss ins linke untere Eck erzielte (9.). Trotz des frühen Rückstands waren die Zentraleuropäer weiterhin gut in der Partie, sodass Galatasarays Torhüter Muslera nach einer knappen Viertelstunde beherzt eingreifen musste, um den Ausgleich durch den aufgerückten Innenverteidiger Sualehe zu verhindern. Rund fünf Minuten später hatte „Cim Bom“ großes Glück, dass das 1:1 durch Bristrić nach einem vermeintlich vorangegangenen Foulspiel keine Anerkennung fand. Zweifelsohne war Olimpija in dieser Phase die bessere Mannschaft, während Galatasaray vor allem im Mittelfeld kaum Zugriff hatte. Gegen Mitte des ersten Durchgangs wurden die Gäste aus der Türkei wieder präsenter, wobei Yılmaz und Bakambu gute Chancen auf den zweiten Treffer vergaben. Danach bot sich den Zuschauern im Stadion Stožice bis zur Pause ein ausgeglichenes Spiel, bei dem Galatasaray etwas schmeichelhaft mit 1:0 führte.

Stark verbesserte „Löwen“

Nach Wiederanpfiff erwischten die Gelb-Roten einen waschechten Traumstart: Ljubljana-Schlussmann Vidovšek klärte gegen den herbeistürmenden Yılmaz äußerst unglücklich, indem er den Ball direkt vor die Füße von Mertens abwehrte. Der belgische Routinier hatte darauf leichtes Spiel und schob zum 2:0 in den leeren Kasten ein (48.). Wenige Augenblicke später war Bakambu gar dem dritten Galatasaray-Treffer des Abends ganz nahe, doch diesmal parierte Vidovšek glänzend. Als das runde Leder in der 57. Spielminute dann tatsächlich schon wieder im Kasten der Hausherren zappelte, war die Freude bei Torschütze Bardakcı groß, bis der Treffer nach VAR-Intervention aufgrund einer Abseitspostion von Nelsson zurückgenommen wurde. Unterdessen dachten die Slowenen noch lange nicht ans Aufgeben, jedoch strahlte „Cim Bom“ in dieser Phase die eigentlich von Beginn an erwartete Souveränität aus und zeigte mehr und mehr seine hohe individuelle Klasse. Nach gut einer Stunde wechselte der türkische Meister erstmals, Dubois kam für den ordentlichen Karataş. So erlebte der Franzose aus erster Hand, wie die Partie zerfahrener und hektischer wurde – Ljubljana war die zunehmende Frustration anzumerken. In völlig anderen Gefühlswelten befanden sich die in die slowenische Hauptstadt mitgereisten Galatasaray-Fans, als Icardi erstmals nach seinem endgültigen Wechsel aus Paris wieder zum Einsatz kam (75.). Die potentielle Vorentscheidung – bezogen auf das Gesamtergebnis aus beiden Duellen – ging aber nicht auf das Konto des argentinischen Star-Stürmers. Stattdessen trug sich der ebenfalls eingewechselte Dervişoğlu nach einer zielgenauen Aktürkoğlu-Ecke mit einem Kopfball zum 3:0-Endstand in die Torschützenliste ein (90.+1).

Nächsten Dienstag (20.00 Uhr MEZ) empfängt Galatasaray Olimpia Ljubljana zum Rückspiel im heimischen Rams Park. Zuvor beginnt für die Gelb-Roten die Mission Süper-Lig-Titelverteidigung am Samstag (20.45 Uhr MEZ) mit einem Gastspiel bei Kayserispor.

Foto: twitter.com/GalatasaraySK