Am 27. Spieltag der Süper Lig wollte Galatasaray die richtige Reaktion auf das Ausscheiden aus der Europa League zeigen, was „Cim Bom“ mit einem 2:1-Sieg über Antalyaspor gelungen ist. Gegen zeitweise mutig aufspielende Gäste sicherte Kerem Aktürkoğlu seiner Mannschaft mit zwei Treffern den 14. Sieg im 14. Liga-Heimspiel der Saison. Dank der wichtigen drei Punkte löst der amtierende türkische Meister seinen Erzrivalen Fenerbahçe nun wieder als Tabellenführer ab.

Aufgrund seines Fehlverhaltens bei der Partie gegen Ankaragücü und der daraufhin auferlegten Spielsperre für eine Begegnung stand Star-Stürmer Mauro Icardi seiner Mannschaft am Montagabend nicht zur Verfügung. Zudem fehlten Serge Aurier, Hakim Ziyech sowie Tanguy Ndombélé verletzungsbedingt. Auch ohne das abwesende Quartett schickte Trainer Okan Buruk mit Muslera, Köhn, Nelsson, Sánchez, Yılmaz, Torreira, Demirbay, Aktürkoğlu, Mertens, Tetê und dem in der Süper Lig erstmals in der Startelf stehenden Winter-Neuzugang Carlos Vinícius eine namhafte 4-2-3-1-Formation auf den Rasen.

Muslera mit folgenschwerem Patzer – Aktürkoğlu jubelt doppelt

Nach der enttäuschenden Niederlage bei Sparta Prag und dem damit einhergehenden Ende der Europapokal-Saison ging es für Galatasaray nicht nur um wertvolle Punkte im Meisterschaftsrennen, sondern auch um Wiedergutmachung gegenüber den eigenen Fans. Auf der Gegenseite wartete mit Antalyaspor ein Gegner auf die „Löwen“, der seit wettbewerbsübergreifend fünf Partien nicht mehr gewinnen konnte und zuletzt selbst gegen Schlusslicht İstanbulspor nicht über ein Unentschieden hinauskam. Auf dem Feld schlug das Pendel unterdessen rasch in Richtung der Hausherren aus, denn bereits in der 12. Spielminute brachte Aktürkoğlu sein Team nach einem vorherigen Foul an Tetê per Elfmeter mit 1:0 in Führung. Dabei ließ der 25-Jährige Antalyaspors Torhüter Leite mit einem sicheren Abschluss ins rechte Eck keine Chance. Der frühe Rückstand brachte die Truppe vom Mittelmeer allerdings nicht aus dem Konzept, vielmehr versuchte die Mannschaft von Trainer Sergen Yalçın immer wieder, Akzente im Angriff zu setzen. Der Mut der Gäste wurde gegen Mitte des ersten Durchgangs beinahe belohnt, jedoch scheiterte Šarić mit einem satten Distanzschuss an der Latte (22.). Auch danach versteckte sich Antalyaspor nicht und ließ in dieser Phase den Eindruck erwecken, dass es für Galatasaray ein anspruchsvoller Abend werden könnte. Das bestätigte sich in der 33. Spielminute, als van de Streek zum nicht unverdienten 1:1 ausglich. Zuvor hatte sich Muslera bei einer Flanke von Kałuziński völlig verschätzt, was dem Niederländer ein einfaches Einschieben ins leere Tor ermöglichte. Doch noch bevor es in die Kabine ging, stellte Aktürkoğlu den knappen Vorsprung für „Cim Bom“ mit dem 2:1 wieder her (45.+1) – diesmal nicht vom Punkt, sondern durch einen Abpraller nach pariertem Kopfball von Carlos Vinícius. Zunächst fand der Treffer wegen einer Abseitsposition keine Gültigkeit, ehe das Schiedsrichter-Gespann um Referee Abdulkadir Bitigen nach strittiger VAR-Intervention doch auf Tor entschied.

Aluminium verhindert dritten Aktürkoğlu-Treffer

Mit Beginn der zweiten Hälfte durfte Ayhan, der am vergangenen Donnerstag das Europa-League-Aus der Gelb-Roten mit seinem Platzverweis unfreiwillig einleitete, anstelle von Tetê neu mitwirken. Während sich der gebürtige Gelsenkirchener relativ unauffällig ins Spielgeschehen einbrachte, war es auf Galatasaray-Seite vor allem Carlos Vinícius, von dem in der Offensive viele Aktionen ausgingen. Bisweilen mangelte es dem vom FC Fulham ausgeliehenen Stürmer aber nicht nur am Glück, sondern auch an der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Und eine unzureichende Chancenverwertung rächt sich im Fußball schnell – nicht zuletzt dann, wenn der Gegner wie Antalyaspor an diesem Abend selbstbewusst auftritt und an eine Überraschung glaubt. Umso glücklicher wähnten sich die Hausherren, als ihnen nach etwas weniger als einer gespielten Stunde der zweite Strafstoß der Partie zugesprochen wurde. Diesmal traf Aktürkoğlu aus elf Metern allerdings nur die Latte (59.), sodass die Yalçın-Schützlinge aus dem Tabellenmittelfeld weiter im Spiel blieben. Überhaupt schien das Spiel recht offen, denn die Zuschauer im Rams Park sahen ein über weite Strecken ausgeglichenes Duell. Um im Optimalfall das dritte Tor und somit eine potentielle Vorentscheidung in die Wege zu leiten, kam Zaha 20 Minuten vor dem Ende für Carlos Vinícius. Ein Treffer wollte dem Ivorer zwar nicht mehr gelingen, aber angesichts des 2:1-Endstands dürfte das im Lager der Gelb-Roten niemanden mehr gestört haben. Mit dem Erfolg gegen Antalyaspor hat „Cim Bom“ seine makellose Heim-Bilanz in der Süper Lig nun also auf überragende 14 Siege in ebenso vielen Spielen ausgebaut.

Weiter geht es für Galatasaray bereits am Donnerstag mit dem Pokal-Viertelfinale gegen Fatih Karagümrük, bevor die „Löwen“ am Sonntag zum Derby bei Beşiktaş gastieren. Angepfiffen wird die Partie im Tüpraş Stadyumu um 17.00 Uhr (MEZ).