Am Sonntagabend bestritt Fenerbahçe seinen Süper-Lig-Auftakt zuhause gegen Gaziantep FK. In einem sehr einseitigen Spiel setzten sich die „Kanarienvögel“ am Ende mit einem überraschend knappen 2:1 durch. Matchwinner war hierbei Feners neuer Mittelstürmer Edin Džeko, der beide Tore für die Istanbuler erzielte. 

Im Vergleich zum 3:1 Hinspiel-Erfolg in der dritten Qualifikationsrunde für die Conference League gegen Maribor ließ Trainer İsmail Kartal mit gleich fünf Änderungen in der Startelf antreten. In der Verteidigung ersetzte Alexander Djiku den an diesem Abend nicht nominierten Luan Peres, während im Mittelfeld und im Angriff Sebastian Szymański, Mert Hakan Yandaş, İsmail Yüksek und Ryan Kent für İsmail Yüksek, Miha Zajc, Joshua King und İrfan Can Kahveci ran durften. Für Gaziantep FK war diese Partie hingegen das erste Pflichtspiel, seit man sich in der vergangenen Saison nach dem schweren Erdbebenunglück im türkisch-syrischen Grenzgebiet aus dem aktiven Spielbetrieb zurückgezogen hatte.

Edin Džeko mit zwei frühen Ausrufezeichen

Fenerbahçe, das diese Saison bereits viele Investitionen in neue Spieler vornahm, um in der Meisterschaft richtig anzugreifen, war als Favorit in diese Partie gegangen und wurde dieser Rolle auch schnell gerecht. Einer der besagten Neuzugänge, der bosnische Mittelstürmer Edin Džeko, sollte gleich zeigen, warum er über knapp anderthalb Jahrzehnte hinweg als einer der meistrespektierten Stürmer Europas galt: Bereits in der dritten Spielminute leitete der 37-Jährige einen Angriff aus der Mitte heraus ein, spielte einen Doppelpack mit Dušan Tadić und schob dann das Leder lässig mit dem linken Fuß in den gegnerischen Kasten. Nach der Führung machten die „Kanarienvögel“ weiter Druck und wieder war es Džeko, der nach 18 gespielten Minuten seinen Doppelpack schnürte: Mit einem wunderbaren Steilpass von Sebastian Szymański bedient, startete der Bosnier im richtigen Moment in den Strafraum und spitzelte die Kugel am Gäste-Keeper vorbei ins Tor.

Gaziantep-Anschlusstreffer aus dem Nichts 

Nach dem 2:0 schien es eine sehr einseitige Partie zu werden, vor allem nachdem Gaziantep-Spielmacher Alexandru Maxim das Kunststück fertigbrachte, sich innerhalb von nur drei Minuten zwei Gelbe Karten einzufangen und so vorzeitig duschen zu gehen. Hiernach waren die Gäste weiterhin deutlich überlegen, nahmen aber auch spürbar etwas das Tempo heraus und so plätscherte die Partie so vor sich hin. Die Nachspielzeit der ersten Hälfte sollte allerdings noch einmal für Unterhaltung sorgen als der VAR einen für Fenerbahçe-Linksverteidiger Ferdi Kadıoğlu gepfiffenen Elfmeter zurücknahm und dann in der fünften Minute der Nachspielzeit völlig überraschend der Anschlusstreffer für die Gäste fiel. Salem M’Bakata brachte von halbrechts einen Freistoß in den Strafraum, der von Furkan Solyap verlängert wurde und so bei Arda Kızıldağ landete, der die Kugel per Kopf im Netz der Gastgeber unterbrachte. Daher ging es mit einem unerwarteten 2:1 in die Halbzeitpause.

Bemühtes Fenerbahçe will die Entscheidung

Die zweite Halbzeit war ein Spiel auf nur ein Tor. Fenerbahçe hatte ob des unerwarteten Gegentors Wut im Bauch und suchte die Entscheidung. Tatsächlich wurde den „Kanarienvögeln“ durch den ein Elfmeter zugesprochen, doch Dušan Tadić konnte diese Chance in der 52. Spielminute nicht nutzen und scheiterte an Galatasaray-Leihgabe Batuhan Ahmet Şen im Tor. Hiernach blieben die Gastgeber weiterhin offensiv, doch die in Unterzahl spielenden Gäste igelten sich am eigenen Strafraum ein und verteidigten leidenschaftlich. Umso bemerkenswerter war es, dass Fener trotz der Führung offensiv blieb und aufs 3:1 ging. Dies fiel aber nicht mehr und so endete die Partie mit 2:1. Während Fenerbahçe als nächstes am kommenden Donnerstag noch für die Conference-League-Qualifikation bei NK Maribor ran muss, warten auf Gaziantep keine europäischen Verpflichtungen und man ist erst am nächsten Sonntag wieder in der Liga gefordert, wo man dann Sivasspor empfängt.