Mit der 0:1-Niederlage gegen Stadtnachbar Kasımpaşa hat es Beşiktaş verpasst, an der Tabellenspitze davon zu ziehen. Trainer Sergen Yalçın bezeichnete den dreifachen Punktverlust als Ärgernis, aber normalen Prozess einer langen Saison – und schoss einmal mehr gegen den Schiedsrichterverband. 

Ohne Top-Stürmer Vincent Aboubakar (verletzt) und Vorlagen-König Rachid Ghezzal (Gelbsperre) startete Beşiktaş am Sonntagabend ins Spiel gegen Kasımpaşa – und konnte diesmal den sonst so gefürchteten Offensiv-Stil nicht auf die Bühne bringen. "Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit viele einfache Ballverluste, sind kaum ins Spiel gekommen", analysierte BJK-Trainer Sergen Yalçın nach Schlusspfiff den Auftritt seiner Mannschaft, die den letztlich entscheidenden Gegentreffer bereits nach rund 20 Minuten schlucken musste. "Wir hatten danach ein paar Chancen, waren vor dem Tor aber nicht effektiv genug und hatten kein Glück. Solche Spiele gibt es nun mal während einer solch langen Saison."

Mit der sechsten Saison-Niederlage haben die "Schwarzen Adler" die große Chance verpasst, Rivale Galatasaray nach deren 0:3-Schmach am vergangenen Samstag zu distanzieren und gleichzeitig auch den Vorsprung auf Fenerbahçe nochmals zu vergrößern. Die "Kanarienvögel" können heute mit einem Sieg gegen Denizli zumindest wieder auf zwei Punkte heranrücken. Eine verpasste Möglichkeit im Titel-Rennen, die Sergen Yalçın aber nicht derart störte wie die fortschreitende Diskussion über die Schiedsrichteransetzungen. Hintergrund: Die dafür zuständige Institution MHK hat für diesen Spieltag jedem Klub seinen vermeintlichen "Lieblingsschiedsrichter" zugeteilt – Unparteiische, die bei den Klubs intern sogar auf einer "Blacklist" gelistet sein sollen. Ein Zeichen der Macht vom türkischen Fußballverband. "Ich habe mich dazu schon oft geäußert und musste mir immer etwas anhören danach, deshalb äußere ich mich jetzt nicht nochmal explizit dazu. Es ist einfach verwunderlich und komisch, warum es so etwas gibt. Dieses Wochenende war nochmal eine Premiere im türkischen Fußball", so Yalçın.