Egal ob mit Şenol Güneş, Burak Yılmaz oder Rıza Çalımbay auf der Trainerbank – Ruhe will bei Beşiktaş in dieser Saison einfach nicht einkehren. Nach der einmal mehr ernüchternden Leistung beim Derby gegen Fenerbahçe und der damit einhergehenden 1:3-Niederlage müssen die „Schwarzen Adler“ nun schleunigst in die Spur zurückfinden, um das machbare Programm bis zum Jahresende erfolgreich zu bestreiten.

Es gibt viele Gründe, weshalb es bei Beşiktaş in dieser Saison nicht läuft. Einer davon ist sicherlich die fragwürdige Kader-Zusammenstellung im vergangenen Sommer, als es größtenteils verpasst wurde, die Mannschaft sinnvoll und zukunftsorientiert zu verstärken, auch wenn bekannte Namen wie Milot Rashica, Alex Oxlade-Chamberlain oder Ante Rebić den Weg an den Dolmabahçe-Palast fanden. Neben der Inkonstanz auf der Trainer-Position werden die „Schwarzen Adler“ in den letzten Wochen und Monaten zudem von heftigen Verletzungsproblemen heimgesucht. Nichtsdestotrotz sind Auftritte wie beim gestrigen Derby gegen Fenerbahçe – das Ergebnis von „nur“ 1:3 war aus BJK-Sicht noch die beste Nachricht – absolut inakzeptabel. Ganze 23 Schüsse gaben die Gäste aus Kadıköy ab, wohingegen den Hausherren während der gesamten Begegnung lediglich ein Abschluss aufs gegnerische Tor gelang. Der schier unglaubliche Expected-Goals-Wert von 4,47, den die Gelb-Marineblauen im Rahmen des prestigeträchtigen Derbys verzeichneten, passt da bestens ins Bild.

Mit Momentum ins neue Jahr?

So enttäuschend die bisherige Saison verläuft, so schnell kann Beşiktaş auch wieder für positivere Schlagzeilen sorgen. Denn in den verbleibenden Wochen bis zum Jahreswechsel meint es der Spielplan gut mit den „Schwarzen Adlern“: Aufsteiger Rizespor, Abstiegskandidat Alanyaspor sowie der Tabellenzehnte Hatayspor sind allesamt weit entfernt von der Süper-Lig-Elite und sollten von einem in Normalform agierenden BJK zu schlagen zu sein. Große Ambitionen in Sachen Meisterschaft wird es beim Double-Gewinner von 2021 in dieser Spielzeit zwar nicht mehr geben – zu groß ist bereits jetzt der jeweils 14 Zähler betragende Rückstand auf das Top-Duo Fenerbahçe und Galatasaray. Doch das Minimal-Ziel muss das internationale Geschäft und somit der vierte Rang in der Endabrechnung sein, den der stolze Traditionsverein momentan belegt. Drei Liga-Siege zum Ausklang des Jahres könnten für Beşiktaş also die Basis für ein weitaus erfolgreicheres 2024 bilden. Und auch ein Sieg in Lugano am Donnerstag zum Abschluss der Conference League, wo man bereits ausgeschieden ist, wäre hilfreich, um die Trendwende einzuläuten.