Mächtig unter Druck reisten die zuletzt schwächelnden Gäste aus Beşiktaş nach Konya und zeigten nach der bitteren 2:4-Niederlage in Adana die erhoffte Reaktion auf dem Platz. Ein Eigentor sowie ein Platzverweis lenkten die Partie letztlich auf die Seite der Schwarz-Weißen. Den goldenen Moment des Abends hatte dann Aboubakar (63.), der die Konya-Defensive alt aussehen ließ und den Sieg unter Dach und Fach brachte.

Einmal mehr entschied sich BJK-Coach Şenol Güneş dafür, seine Startelf gleich auf mehreren Positionen zu verändern. Verletzungsbedingt blieb auf der Torhüterposition keine andere Wahl, als Destanoğlu für Günok aufzustellen. In der Innenverteidigung lief Amartey für Uysal auf. Im offensiven Mittelfeld setzte Güneş auf das Trio um Muleka, Zaynutdinov und Rashica. Auf der Bank mussten dabei Tosun, Oxlade-Chamberlain und Ghezzal Platz nehmen.

Eigentor bringt BJK in Front

Im Konya Büyükşehir Stadı, welches an jenem Abend trotz starken Regenfalls ordentlich besucht war, hatten die Gäste aus Beşiktaş die erste Halbzeit über weite Strecken der Partie im Griff. Wie so häufig in den letzten Wochen fehlte allerdings im letzten Offensivdrittel oftmals die Zielstrebigkeit. Statistisch gesehen hatte man mit knapp 65 Prozent Ballbesitz und 5:0 Ecken auch auf dem Papier die Oberhand. Vor allem über die rechte Seite machten die „Schwarzen Adler“ mächtig Betrieb. Rechtsverteidiger Rosier setzte sich dabei oft durch, seinen Flanken fehlte es an der nötigen Präzision, weshalb sich kaum ein Abnehmer im Strafraum fand. Aus der spielerischen Überlegenheit konnte man aus Sicht der Schwarz-Weißen erst spät in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs Kapital schlagen. So war es Rosier, der auf der rechten Seite mit einem überlegten Steilpass auf Rashica den Angriff einleitete. Der Kosovare brachte dann den Ball direkt in den Strafraum, den der eingelaufene Aboubakar verpasste. Konya-Verteidiger Yazgılı (45.+1) versuchte daraufhin die harmlose Hereingabe zu klären, schoss sich dabei unglücklich an das eigene Schienbein, wo von dort aus der Ball dann den Weg ins eigene Tor fand. Angesichts der fehlenden Durchschlagskraft der Gäste war das Eigentor fast schon sinnbildlich für den Verlauf der ersten Halbzeit. Dennoch nahmen die „Schwarzen Adler“, die sich aktuell im Formtief befinden, das Geschenk der Hausherren dankend an und gingen so mit der glücklichen Führung in die Kabine.

Aboubakar vernascht die Konya-Defensive

Personell verzichtete Güneş zu Beginn der zweiten Halbzeit auf Wechsel. Die Hausherren kamen etwas besser aus der Kabine und spielten deutlich mutiger nach vorne. Letztere brachten sich dann allerdings nach einer unnötigen Aktion selbst ins Hintertreffen. Ulgün verhinderte zunächst im Mittefeld einen Konter der Gäste, indem er Aboubakar mit einem taktischen Foul stoppte, wofür er zurecht die Gelbe Karte sah. Daraufhin schoss er aus Protest den Ball weg und flog daraufhin mit Gelb-Rot vom Platz (55.). Die Bank von Konyaspor protestierte vehement, denn der Aktion ging eine strittige Aktion im BJK-Strafraum voraus, bei dem die Gastgeber den Schiedsrichter auf ein vermeintliches Handspiel aufmerksam machten. So ging es ohne den Handelfmeter, dafür aber in Unterzahl für Konyaspor weiter. BJK-Coach Güneş reagierte daraufhin und nahm die gelbvorbelasteten Rashica und Masuaku vom Platz. Neu ins Spiel rückten Ghezzal (59.) und Tıknaz (59.). Der eingewechselte Algerier verzeichnete nur wenige Minuten später einen Scorerpunkt, der auch für die Vorentscheidung im Spiel sorgte. Im Strafraum nahm Aboubakar (63.) einen Pass von Ghezzal an, ließ mit mehreren Übersteigern und Körpertäuschungen gleich mehrere Verteidiger alt aussehen und schob im Stile eines eiskalten Mittelstürmers unhaltbar ins linke Eck zum 2:0 ein. Ein Aufbäumen der in Unterzahl agierenden Gastgeber blieb aus. BJK brachte am regnerischen Abend die Führung sicher über die Zeit und schaffte nach zuletzt zwei Niederlagen auf fremden Platz den erhofften Befreiungsschlag.

Mit dem Sieg setzt sich BJK in der Tabelle mit 13 Punkten nach sieben Spielen auf Platz vier fest. Bereits am kommenden Donnerstag geht es für die Kicker vom Bosporus in der Conference League weiter. Dann empfängt man vor heimischer Kulisse den Schweizer Vertreter FC Lugano.