Die Vorfälle im Derby sind ernüchternd und es ist Zeit, vor der Fußballwelt ein Exempel zu statuieren. Ein Kommentar von LIGABlatt-Chefredakteur Fatih Şenel. 

"Schauen Sie sich bitte die sozialen Medien vor einem türkischen Derby einmal genauer an. Väter, Mütter und Familien werden wüst beschimpft und einige charakterlich verdorbene ‚Menschen‘ kaufen sich extra Tickets, um ihre psychopathischen Fantasien besonders hässlich an den Tag zu legen. Der Konsum von vulgären und schamhaften Inhalten beeinflusst die Psyche von einigen Zeitgenossen leider irreversibel. Mal sind nach Ausschreitungen die arroganten Spieler schuld, mal die gut betuchten Funktionäre und heutzutage sowieso nur noch die Politik. Die vermeintlichen Fans handeln aus ihrer Sicht stets korrekt."

"Stopp! Der Spielabbruch von Kadıköy ist ein richtiges und überfälliges Signal in Richtung aller Beteiligten des türkischen Fußballs. Die UEFA hätte nach diesem Vorfall die Heimmannschaft für mindestens zwei Jahre von allen Wettbewerben ausgeschlossen. Fußball-Terroristen – oder harmloser formuliert – Tribünen-Rowdys, sollten allemal einsehen, sich mindestens ärztlich behandeln zu lassen und müssen sich vor dem Gesetz in Acht nehmen. Das wertvolle gesellschaftliche Miteinander ist definitiv kein Spielbrett für unverbesserliche Spielverderber. "

"Ein Wort noch zu den hirnrissigen ‚Social-Media-Medizinern‘: Şenol Güneş wurde eindeutig am Kopf getroffen und die Platzwunde wurde mit fünf Nähten behandelt. Er wurde wegen einer Gehirnerschütterung stationär ins Krankenhaus eingeliefert. Hier ist weder Fenerbahçe noch Beşiktaş als Thema wichtig. Einige Irrsinnige behaupten nämlich entgegen der TV-Bilder, es sei gar kein Blut geflossen und Şenol Güneş hätte simuliert. Entschuldigt mich aber, diese Blindheit und die unerträgliche Portion Dummheit tut echt weh."

"Dermaßen geschmacklos, überzogen, frech, unmenschlich und schadenfreudig kann kein herkömmlicher Fan sein. Für mich sind das gefährliche Fußball-Terroristen, die strafrechtlich in höchstem Maße belangt werden müssen. Und am Ende des Tages ärgern wir uns, wenn die FIFA oder die UEFA die Klubs aus türkischer Sicht ungleich behandelt. Gute Werbung sieht anders aus Freunde! Es ist Zeit, an die eigene Nase zu fassen. Das Endspiel im türkischen Pokal in Diyarbakır interessiert mich persönlich nicht mehr."