Knapp drei Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 in Russland, steht die deutsche Nationalmannschaft bei der bevorstehenden EURO unter Zugzwang. Joachim Löw und sein Team wollen zeigen, dass man nach wie vor zu den besten Teams in Europa gehört.

In knapp zwei Wochen rollt der Ball bei der EM 2021. Die deutsche Nationalmannschaft wird am Freitag ihr erstes EM-Trainingslager im österreichischen Seefeld beziehen. Damit fällt auch der offizielle Startschuss für die Turniervorbereitung.
Die deutsche Nationalmannschaft ist mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Ungarn in einer echter Todesgruppe gelandet. Sollte man den Sprung ins EM 2021 Achtelfinale schaffen, kreuzt man die Gruppe E in der mit Spanien und Polen zwei weitere Härtebrocken warten.

"Wir gehören nicht zu den absoluten Favoriten"

Joachim Löw hat vergangene Woche seinen 26-köpfigen Kader für die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft bekannt gegeben. Der 61-jährige äußerte sich zudem über die Zielsetzung der DFB-Auswahl für die EURO und zeigte sich dabei durchaus zurückhaltend: "Wir zählen nicht zu den absoluten Top-Favoriten, deswegen habe ich keine Zielsetzung ausgegeben. Diese Ausgangssituation, dass wir nicht als Top-Favorit ins Turnier gehen, wie beispielsweise Frankreich, ist kein Nachteil für uns."

Ausgerechnet gegen Top-Favorit

Frankreich starten Jogis Jungs am 15. Juni in das Turnier. Ein Sieg zum Auftakt gegen den amtierenden Weltmeister wäre nicht nur für das Selbstbewusstsein wichtig, sondern würde zeitgleich ein Zeichen an die Konkurrenz senden. Klar ist aber auch: Im Falle einer Niederlage gegen die Euqipe Tricolore wächst der Druck auf Löw und sein Team.

Das Problem: Vier Tage später wartet mit Portugal direkt der nächste Topgegner. Bei einem weiteren Patzer droht erneut das frühe Aus.

Klar ist aber auch: Sollte Deutschland die schwere Vorrundengruppe überstehen, ist im Nachgang alles möglich. Dann ist der DFB-Auswahl auch der Titelgewinn zuzutrauen. Die Spieler sind, anders als Löw, deutlich optimistischer und freuen sich auf das Turnier. Bayern-Star Leroy Sane hat sich einiges vorgenommen. Der Flügelstürmer wurde kurz vor der WM 2018 aus dem deutschen Kader gestrichen und ist umso motivierter: "Ich will die Zeit genießen, aber im Endeffekt will ich mit dem ganz großen Traum wieder nach Hause kommen und den Titel gewinnen. Ich will zeigen, was ich draufhabe. Wir müssen selbstbewusst auftreten und zeigen, dass wir es wollen. Wir haben alles, um erfolgreich zu sein."

Zudem haben Sane & Co. eine ganz besondere Motivation: Für Joachim Löw ist es das letzte Turnier. Nach 15 Jahren als Bundestrainer verlässt der Weltmeister-Trainer den DFB nach der EM. Ein Titel wäre der krönende Abschluss für Löw.

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