Seit der 1:2-Schlappe der Nationalelf in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien herrscht getrübte Stimmung bei Deutschlands Fußballfans. Das Rätselraten, wie weit Manuel Neuer, Gündoğan & Co. bei der im Sommer stattfindenden Europameisterschaft kommen, ist groß. Mit Frankreich und Portugal trifft die Mannschaft von Jogi Löw auf zwei absolute Top-Teams, die in der aktuellen FIFA-Weltrangliste auf den Plätzen zwei und fünf liegen. Ungarn, der vierte Teilnehmer in Gruppe F, besitzt nur Außenseiterchancen, ist aber nicht zu unterschätzen.

Neben den deutschen Gruppengegnern zählen der Weltranglistenerste Belgien, England, Spanien und Italien zu den größten Favoriten auf den Titel bei der EM 2021. Belgien in Gruppe B bekommt es mit Dänemark, Finnland und Russland zu tun, während England in Gruppe D auf den Nachbarn Schottland trifft sowie auf Kroatien und Tschechien. Wenig Probleme in der EM 2021 Gruppe E sollte Spanien mit seinen Kontrahenten Schweden, Polen und Slowakei bekommen. Italien, auf das in Gruppe A die Türkei, Schweiz und Wales warten, sollte ebenfalls das Ticket für die K.-o.-Runde sicher haben.

Um in das Achtelfinale einzuziehen, müssen die Mannen von Jogi Löw entweder zu den beiden besten Teams ihrer Gruppe zählen oder zu den insgesamt vier besten Dritten. Daran herrschte nach den Erfolgen in der WM-Qualifikation gegen Island (3:0) und in Rumänien (1:0) wenig Zweifel. Nach der blamablen Vorstellung gegen Nordmazedonien fragen sich jedoch viele: Wie weit kommt Deutschland bei der EM 2021?
Auch wenn Manuel Neuer nicht mehr ganz die Klasse der letzten Jahre hat, darf er immer noch zu den besten Vertretern seiner Zunft gezählt werden. Großes Potenzial weist „die Mannschaft“ mit Joshua Kimmich, Toni Kroos, und İlkay Gündoğan ebenfalls im Mittelfeld auf. Probleme bereitet Löw jedoch die Besetzung von Abwehr und Angriff. Die Viererkette stand schon gegen Nordmazedonien nicht sattelfest. Was passiert erst, wenn die deutschen Verteidiger es mit Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappè zu tun bekommen?
Eine echte „Nummer 9“ sucht man im Kader von Jogi Löw vergeblich. Kevin Volland, der bei der AS Monaco eine überragende Saison spielt und in der Ligue 1 bereits 15 Treffer erzielt hat, wird von dem scheidenden Bundestrainer seit 2016 komplett ignoriert. Daher ruhen alle Angriffshoffnungen auf Rückkehrer Thomas Müller.

Nach der Schmach des Vorrundenaus bei der letzten WM ist Wiedergutmachung angesagt. Doch ob das DFB-Team dazu in der Lage ist, darf zu Recht bezweifelt werden. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glauben nur 22 Prozent der deutschen Fußball-Fans an den EM-Titel.