Am Montag, dem 29. November, findet im Pariser Châtelet Theater die Zeremonie des 65. Ballon d’Or statt. Der vom Wochenmagazin France Football vergebene Preis feiert damit nach zwei Jahren sein Comeback. Im Vorjahr fiel die Entscheidung, auf eine Auszeichnung zu verzichten, weil die Fußball-Saison alles andere als planmäßig verlief. Hierbei musste bekanntlich etwa die EURO 2020 auf diesen Sommer verschoben werden. Die FIFA ging anders vor und zeichnete Robert Lewandowski vom FC Bayern als Weltfußballer des Jahres aus. Der polnische Teamstürmer ist der erste Spieler aus der deutschen Bundesliga, dem diese Ehre erteilt wurde.

In den Jahren 2010 bis 2015 vergaben die FIFA und France Football gemeinsam den FIFA Ballon d’Or. Danach krönte sich Cristiano Ronaldo zunächst zweimal in Folge vor dem zweitplatzierten Lionel Messi sowohl zum Weltfußballer des Jahres als auch zum Preisträger des Goldenen Balls. Im Jahr 2018 ließ Luka Modrić Cristiano Ronaldo sowie Antoine Griezmann bei beiden Preisen hinter sich. Dabei durchbrach der Kroate nach zehn Jahren ein Duopol von CR7 und Messi. Der "Floh" setzte sich zwölf Monate später vor Virgil van Dijk sowie Cristiano Ronaldo durch und sicherte sich das Double. Am 8. Oktober gab France Football die 30 Kandidaten auf den Ballon d’Or 2021 bekannt und wir schauen uns nun die aussichtsreichsten Anwärter an. Die Buchmacher, wie NEO.bet bieten übrigens auch etwa Wetten auf den Gewinner an.

Holt sich Lionel Messi seinen siebten Ballon d’Or?

Messi ist nicht ausschließlich der bislang letzte Preisträger beim Ballon d’Or, sondern mit sechs Auszeichnungen auch der Rekordhalter. Und der 34-jährige Offensivstar ist der große Favorit auf den Goldenen Ball 2021. Der "Floh" gewann heuer bei der Copa América seine Trophäe mit der argentinischen Nationalmannschaft. Darüber hinaus sprechen 38 Tore in 47 Pflichtspielen für den FC Barcelona in der vergangenen Saison für Messi. Mit den Katalanen gelang ausschließlich der Sieg in der spanischen Copa del Rey und man schied im Champions-League-Achtelfinale aus. Das liegt jedoch mit Sicherheit an den finanziellen Problemen der "Blaugrana". Deswegen kam es im August auch zum Wechsel zu Paris Saint-Germain.

Foto: Erstmals wurde Lionel Messi auch mit den argentinischen Nationalteam den Erwartungen gerecht. yasheshajmera0 via pixabay.com

Gibt es für Robert Lewandowski nun auch den Goldenen Ball?

Lewandowski krönte sich also im Vorjahr als erster Akteur in der deutschen Bundesliga zum FIFA Weltfußballer des Jahres und gilt für viele als der Titelverteidiger. Das ist allerdings falsch, denn der Weltverband und France Football vergeben zwei unterschiedliche Titel. Unabhängig davon ist der 33-jährige Offensivstar des FC Bayern und des polnischen Nationalteams Messis schärfster Konkurrent. Lewandowski erzielte in der Vorsaison in 40 Pflichtspielen für seinen Klub 48 Tore und 41 davon in der Liga. Damit schoss er den FC Bayern praktisch im Alleingang zum Meistertitel. Die andere Seite der Medaille ist, dass in der Champions League im Viertelfinale Endstation war. Überdies musste er sich bei der EURO 2020 trotz drei Treffern mit Polen nach der Gruppenphase aus dem Turnier verabschieden.

Jorginho wurde Champions-League- und EM-Sieger

Die italienische Nationalmannschaft krönte sich bei der EURO 2020 erstmals seit dem Jahr 1968 zum EM-Sieger. France Football honorierte das mit der Nominierung von fünf „Azzurri“. Anders als Nicolò Barella, Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini und Gianluigi Donnarumma krönte sich Jorginho allerdings zuvor mit dem FC Chelsea zum Champions-League-Sieger. Anders als bei Messi sowie bei Lewandowski war und ist bei Jorginho die Torausbeute überschaubar. Jedoch zählt das bei einem defensiven Mittelfeldspieler bedingt. Als Sechser zieht der 29-Jährige mit brasilianischen Wurzeln primär im Hintergrund die Fäden. Zudem verwandelte er bei der EURO 2020 im Halbfinale gegen Spanien den entscheidenden Elfmeter.

N’Golo Kanté ist der zweite Sechser beim FC Chelsea

Ebenfalls einen großen Anteil am Champions-League-Triumph der "Blues" hatte N’Golo Kanté, der gemeinsam mit Jorginho deren defensives Mittelfeld bildet. Der 30-Jährige leistet seit Jahren als Sechser zuverlässige Arbeit und daher denken viele Fußball-Liebhaber, dass er sich den Goldenen Ball verdienen würde. Dagegen spricht allerdings der wenig berauschende Auftritt des französischen Nationalteams bei der EURO 2020. Der amtierende Weltmeister verspielte im Achtelfinale gegen die Schweiz in der Schlussphase der regulären Spielzeit einen 3:1-Vorsprung und scheiterte letztlich im Elfmeterschießen.

CR7 wurde ausschließlich Torschützenkönig und Cupsieger

Dasselbe gilt teilweise für Cristiano Ronaldo. Der 36-Jährige musste sich mit der portugiesischen Nationalmannschaft ebenfalls bei der EURO 2020 nach dem Achtelfinale aus dem Turnier verabschieden. Hierbei musste sich der EM-Sieger vom Jahr 2016 gegen Belgien mit 0:1 geschlagen geben. Dieselbe Enttäuschung mussten CR7 und Portugal schon bei der WM 2018 in Russland hinnehmen. Damals erlebten sie ein 1:2 gegen Uruguay. Ebenfalls gegen den ersten Ballon d’Or für Cristiano Ronaldo seit 2017 spricht die Tatsache, dass Juventus Turin erstmals seit der Saison 2011/2021 nicht italienischer Meister wurde. Zudem verpasste die "Alte Dame" auch in der dritten Saison mit dem mittlerweile zu Manchester United zurückgekehrten Offensivmann das erklärte Ziel bei dessen Verpflichtung. Und zwar den Triumph in der Champions League, wobei ebenfalls im Achtelfinale Endstation war.

Ein Argument für den Goldenen Ball ist die Tatsache, dass CR7 mit 29 Toren in 33 Meisterschaftsspielen zum Torschützenkönig in der Serie A avancierte. Damit ist er der erste Fußballer, dem dieses Kunststück in den höchsten Spielklassen von England, Spanien und Italien gelang. Zudem setzte sich Juventus Turin in der Coppa Italia durch.