Der Fußball hat eine ungeahnt harte Zeit hinter sich, "Geisterspiele" mit leeren Rängen gehörten in den letzten Monaten zum Alltag – ein Alltag, an den die Fans sich nicht auf Dauer gewöhnen möchten. Entsprechend herrscht derzeit Aufbruchstimmung. Zu den EM-Spielen sind wieder Zuschauer zugelassen, zwar in begrenzter Zahl mit Abstand, doch genug, um wieder Leben in die Arena zu bringen. Deshalb gilt das Turnier für viele schon jetzt als Hoffnungsträger.

Sport und Fans in schweren Zeiten wieder zusammenbringen

Die Freude der Fußball-Fans, die EM tatsächlich wieder in ganz Europa "live" verfolgen zu können, ist schwer zu übersehen. Nun erhalten sie wieder die Möglichkeit, ihre Stars sowohl vor Ort anzufeuern als auch in Tippspielen mit Freunden aktiv zu werden!

Viele von ihnen haben bereits Tipps zur Euro 2020 abgegeben, unter anderem auf Plattformen für Sportwetten wie Betano – das erhöht die Spannung noch um ein weiteres Quäntchen. Aktuell handeln die dortigen Buchmacher Frankreich mit einer Quote von 5.00 zu 1 als künftigen Europameister. Gleichzeitig avanciert die EM zum wahrhaft pan-europäischen Ereignis: Welch besseren Zeitpunkt hätte es da geben können, eine EM über ganz Europa verteilt stattfinden zu lassen, als jetzt? So hat das Turnier tatsächlich das Zeug, den Sport und die Fans in einer schweren Zeit des Fußballs wieder zusammen zu bringen.

Auch wenn die Ränge nicht so voll sein dürfen, wie bei früheren Top-Turnieren, wirkt es, wie eine schlussendliche Versöhnung, die nach dem Super League Desaster von vor ein paar Monaten gerade rechtzeitig kommt.

Hochgeschlagen und verebbt: die Wellen der Super League

Die Super League sollte ja ein spektakuläres Erfolgsprojekt werden und musste dann doch vorzeitig auf dem Mülleimer der Geschichte landen. Zwölf Clubs aus den größten Fußballnationen Europas hatten sich an der Idee beteiligt, eine Liga nur mit den allerbesten Clubs zu gründen. Es hagelte weltweite Kritik, von Fans, anderen Ligen und Verbänden – dann kam der Rückzug mitsamt Begräbnis aller Pläne. Die Börsen reagierten entsprechend. Bei der Ankündigung explodierten die Kurse von Juventus Turin und Manchester United, mit der Absage folgte gleich darauf wieder der Einbruch. Ähnlich sah es bei den Emotionen zahlreicher Fans rund um den Erdball aus. Dabei kam die Idee nicht von ungefähr. In einer Zeit, in der die gewohnte Fußballnormalität krachend zerbricht, ist etwas Neues, Neuartiges eigentlich wünschenswert, auch für die Fans… Aber so?

EM trägt zur Ermunterung der internationalen Fangemeinde bei

Nun ist mit der EM ein bekanntes Event zurück. Und damit steht ihr die Aufgabe zu, die Super League vergessen zu lassen und stattdessen wieder zur Ermunterung der internationalen Fangemeinde beizutragen. Und das schafft sie ganz gut, nicht nur vor Ort in den vielen verschiedenen Fußballarenen, sondern auch bei den kleinen, aber feinen Public-Viewing-Veranstaltungen. Das große Schweigen hat ein Ende, Menschen treffen sich wieder, um vor einem größeren Bildschirm spannende Duelle gemeinsam zu verfolgen und hinterher den Sieger zu feiern. Das ruft uns wieder in den Sinn, dass Fußball im Grunde ein Gemeinschaftsereignis ist, etwas, das die Fans zusammenschweißt, weil sie gemeinsam fiebern, jubeln und manchmal auch ein wenig trauern. Deutschlands Einstieg gegen Frankreich hat es gezeigt: Obwohl es für die deutsche Mannschaft nicht so überzeugend ausging, wie es sich die meisten wünschen, war es doch ein Genuss, sie furios spielen zu sehen, mit Zuschauern und in streckenweise guter Form. Und das nicht in einem nebensächlichen Duell, sondern direkt gegen den Weltmeister, der auch in diesem Jahr wieder wahre Stärke zeigt.

<a href="https://pixabay.com/de/users/xaam-fotografiert-8495497/">Foto: xaam-fotografiert; pixabay.com</a>Foto: xaam-fotografiert; pixabay.com

Ausblick: Deutschlands weiterer Weg durch die EM

Am Samstag geht es gegen Portugal und am Mittwoch gegen Ungarn. Auch das wird wieder keine leichte Übung, der amtierende Europameister Portugal könnte Probleme bereiten. Das Aus in der Vorrunde muss dies aber nicht bedeuten, kommen doch auch einige Drittplatzierte weiter. Es ist also noch alles offen und der Weg zum Sieg ist nicht gänzlich unrealistisch. Erinnern wir uns zurück: Das letzte Mal flog das deutsche Team 2004 in der Gruppenphase aus dem europäischen Wettbewerb, von 2008 bis 2016 gelang es ihnen in drei Europameisterschaften zweimal, das Halbfinale und einmal das Finale zu erreichen – Europäisch ist Deutschland also durchaus ein (Halb-)Finalist. Nach der zwischenzeitlichen Blamage zur WM 2018 scheint nun zwar wieder alles möglich, was sich zwischen "Hopp" und "Topp" bewegt, aber: Egal, wie es schlussendlich ausgeht, dieses Jahr hat der Fußball durch seine Wiederbelebung bereits gewonnen.

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