Real macht ernst bei Rüdiger – Wie reagieren die Bayern?

Seit Thomas Tuchel beim FC Chelsea an der Seitenlinie steht, läuft es für Antonio Rüdiger. Unter dem früheren Dortmunder Coach zählt der 28 Jahre alte Innenverteidiger zu den unumstrittenen Stammspielern. Doch in der nächsten Saison trägt Rüdiger möglicherweise ein anderes Trikot – das der "Königlichen" aus Madrid. Müssen die Münchener Bayern nun nach einem anderen Ersatz für Niklas Süle suchen, dem Wechselambitionen in die Premier League nachgesagt werden?

2017 ging Rüdiger für 35 Millionen Euro von Italiens Serie-A-Klub AS Rom nach London. Während er in seinen ersten beiden Spielzeiten in der Premier League unter Antonio Conte und Maurizio Sarri regelmäßig zu Einsätzen kam, hatte er unter dessen Nachfolger Frank Lampard einen schweren Stand. Tuchel habe ihm neues Leben eingehaucht, erklärte der gebürtige Berliner seine Leistungsexplosion unter dem deutschen Erfolgstrainer. So viel Leben, dass auch der Rekordmeister aus München Gefallen an dem 49-fachen Nationalspieler findet. Besonders der Technische Direktor Marco Neppe soll begeistert von dem 1,90-Meter-Abwehrrecken sein.

Trotz der 42,5 Millionen Euro teuren Verpflichtung von Dayot Upamecano besteht in der Innenverteidigung des FCB noch Verbesserungsbedarf. In der Champions League überzeugte der Franzose regelmäßig, während er in der Bundesliga und im DFB-Pokal schwankende Leistungen bot. Sollte zudem sein Abwehrkollege Süle dem Lockruf des Geldes nach Newcastle folgen, müssen die Münchener dringend eine Verstärkung an Land ziehen. Antonio Rüdiger zählt zu den namhaften Kandidaten für eine Stelle als Bayern-Verteidiger.

Im Sommer läuft der Vertrag des 28-Jährigen bei Chelsea aus. Zwar betont er, dass sein aktueller Arbeitgeber "Ansprechpartner Nummer eins" sei, doch eine Verlängerung des mit rund 6,1 Millionen Euro dotierten Kontraktes kam noch nicht zustande. Chelsea soll 8,5 Millionen Euro geboten haben, doch Gerüchten zufolge soll Rüdiger einen doppelt so hohen Jahresverdienst anstreben. Da er ablösefrei wechseln darf, schreckt dies mögliche Interessenten jedoch nicht ab. Die Liste an potenziellen Interessenten ist lang: Neben dem FC Bayern soll auch der FC Barcelona, Paris Saint-Germain und Real Madrid an dem DFB-Star dran sein.

Zusammen mit David Alaba würde Rüdiger bei Real Madrid die Innenverteidigung für die nächsten Jahre bilden. Als Alternative stünde Éder Militão bereit, der aber auch als rechter Verteidiger spielen kann. Mit Raphael Varane (für 50 Millionen Euro zu Manchester United) und Sergio Ramos (ablösefrei zu Paris Saint-Germain) verloren die „Königlichen“ vor der Saison 2021/22 zwei Stammkräfte und sind weiterhin auf der Suche nach Verstärkungen für die Defensive.

Da im Sommer der Vertrag von Gareth Bale (16 Millionen Euro Jahresverdienst) ausläuft und auch Isco (sechs Millionen) sowie Marcelo (8,5 Mio.) gehen sollen, wäre Geld für Rüdiger vorhanden. Doch eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen – weder für noch gegen den FC Bayern.