Fußball ist in Europa eine der beliebtesten Sportarten überhaupt. Fast jedes Land hat ein eigenes Fußball-Ligen-System. Das Interesse an dem Spiel mit dem runden Leder ist dermaßen groß, dass sich dieser Spot zu einer riesigen und unglaublich finanzkräftigen Industrie entwickelt hat.

Millionentransfers in ganz Europa

Der Fußball boomt: Jedes Wochenende strömen hunderttausende von Zuschauern in die Stadien Deutschlands. Auch Merchandise-Artikel werden Jahr für Jahr über die Grenzen hinaus im mehrstelligen Millionenbereich verkauft. Egal ob Tassen, T-Shirts oder andere Produkte – der Fußball ist gegenwärtig. Kein Wunder also, dass auch bei Wettanbietern die attraktiven Quoten beim Fußball zu den beliebtesten Wettmärkten zählen. Sowohl nationale als auch internationale Wettkämpfe sind dabei gefragt. Auf dem internationalen Transfermarkt, wo die An- und Verkäufe der Spieler getätigt werden, verschieben alleine in Deutschland die Vereine pro Saison insgesamt einen mehrstelligen Milliardenbetrag. Diese Summe könnte sich in den nächsten Jahren noch erheblich steigen, denn immer mehr Vereine sind gezwungen, verstärkt junge Talente aus dem Ausland zu besorgen, um die Reihen in ihren Kadern zu schließen. Dabei erreichen die Transfersummen zwischen den Vereinen bei Spitzen-Fußballern problemlos dreistellige Millionenbeträge. Das sind Summen die Vereine bei Fehlinvestitionen schnell zum Verhängnis für Vereine werden können. Um dieses Risiko zu minimieren, muss also trotzdem stets auf einen guten Transferpreis geachtet werden.

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Fußballmannschaften werden internationaler

Mittlerweile kaufen immer mehr Fußballvereine aus allen Ligen auf dem internationalen Markt Nachwuchstalente ein. Selbst kleine Vereine in den niedrigen Fußball-Ligen versuchen verstärkt, neuen Nachwuchs aus dem nicht europäischen Ausland anzuwerben. Als Argument wird dabei die Tatsache angeführt, dass trotz intensivem Nachwuchs-Trainings einfach nicht genug fähige Talente für den Fußball im eigenen Land zur Verfügung stehen. Besonders baut man auf junge Talente aus Südamerika oder Afrika. Um dabei bei internationalen Spielen den vorgeschriebenen Anteil an einheimischen Spielern einzuhalten wird für ausländischen Spieler zum Teil sogar die jeweilige Staatsbürgerschaft beantragt. Dabei verfügen viele internationale Top-Vereine über eine umfangreiche Jugendarbeit.

Darum herrscht in Europa beim Fußball Nachwuchsmangel

Das trotzdem viele Vereine nicht genug eigene Nachwuchstalente finden können hat nach Meinung vieler Experten verschiedene Ursachen:

• Zum einen das nachlassende Interesse an sportlichen Aktivitäten. Gerade für kleiner Ortsvereine wird es immer schwerer, neue Mitglieder zu finden und langfristig für den Fußballsport zu begeistern. Mittlerweile wird aber auch die Zeit, in der aktiv in einem Fußballverein gespielt wird, im Durchschnitt nur noch drei bis vier Jahre. Das ist deutlich zu kurz, um ein Talent zu entdecken zu fördern und für den Profisport fit zu machen.
• Als zweiten Grund wird zudem oft der fehlende finanzielle Anreiz bzw. die Perspektivlosigkeit als Argument angeführt. Diese Kritik ist durchaus berechtigt. Ein Spieler, der in der 4. Liga spielt, erhält ein ähnliches Gehalt wie bei einem regulären Job. Das Problem ist dabei, wenn dieser Spieler ein gewisses Alter erreicht hat, kann er nicht mehr Fußball spielen. Zurück in den alten Job ist dann aufgrund fehlender Berufspraxis auch sehr schwierig. Dieses Dilemma führt dazu das viele junge Talente ihre mögliche Jobkarriere frühzeitig abbrechen – einfach, weil sie nicht schnell genug nach oben aufsteigen.

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Langfristige Probleme für den europäischen Fußball

Was man vielleicht im ersten Moment nicht unbedingt als ein wirklich erwähnenswertes Problem halten würde könnte allerdings nachhaltige Konsequenzen für den europäischen Fußball nach sich ziehen. Langfristig werden viele ausländische Spieler wieder in ihre eigenen Länder zurückgehen, um dort z. B. für die Nationalmannschaft zu spielen. Dadurch hebt sich das Fußballniveau im jeweiligen Land. Im Gegensatz dazu singt das Fußballniveau in Europa, denn qualitativ hochwertige Spitzenspieler, die in den Nationalmannschaften Europas spielen könnten, sind immer schwieriger zu finden. Gut erkennbar ist das an den Weltmeisterschaften bei denen Länder wie die Schweiz, die Niederlande oder Großbritannien mittlerweile kaum noch vertreten sind. Dafür traten bei den letzten Weltmeisterschaften allerdings Länder wie Ghana und Kamerun an. Hält dieser Trend an, werden in den nächsten Jahrzehnten wohl weitere europäische Nationalmannschaften in die Bedeutungslosigkeit versinken.