Der Klubfußball in Europa hat weitgehend seine Saison beendet, nun ist die EURO 2020 an der Reihe. Sie finden mit einem Jahr Verspätung statt und führt Europas beste Fußballer in elf verschieden Spielorte.

Dublin bekommt keine Spiele

Nachdem in der Champions League Thomas Tuchel mit Chelsea London sein Meisterstück abgeliefert hat, geht der Blick auf die Europameisterschaft. Das Erfreuliche ist, dass wohl in allen Spielen mit Zuschauern gespielt werden kann. Trostlose Geisterspiele bleiben uns wahrscheinlich erspart. Die UEFA hatte vor der endgültigen Bestätigung von allen Gastgeberstädten eine Zusage verlangt, dass die Spiele mit Publikum stattfinden können.

Dublin gehörte zu den Städten, die dies nicht zusagen wollten und wurde vom europäischen Fußballverband gestrichen. Auch München sagte eine Zuschauerbeteiligung nicht zu, darf aber trotzdem drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale austragen. Mit dem größten Sportverband der Welt wollte sich die UEFA dann doch nicht anlegen. Inzwischen sieht es so aus, dass die Spiele in Deutschland ebenfalls mit einer stimmungsvollen Kulisse stattfinden.

Die Spielorte sind:

  • Telia Parken Kopenhagen (Dänemark)
  • Hampden Park Glasgow (Schottland)
  • Johan-Cruyff-Arena Amsterdam (Niederlande)
  • Arena Nationala Bukarest (Rumänien)
  • Olympiastadion Sevilla (Spanien)
  • Neues Nationalstadion Budapest (Bukarest)
  • Krestowski-Stadion St. Petersburg (Russland)
  • Allianz Arena München (Deutschland)
  • Nationalstadion Baku (Aserbaidschan)
  • Olympiastadion Rom (Italien)
  • Wembley Stadion London (England)

In allen Stadien finden drei Gruppenspiele statt, nur in St. Petersburg erleben die Fans sechs Spiele. London trägt zwei Achtelfinals aus. Außerdem wird in Kopenhagen, Glasgow, Amsterdam, Bukarest, Sevilla und Budapest gespielt. Die Viertelfinals dürfen St. Petersburg, München, Baku und Rom ausrichten. Halbfinals und Finale finden im Wembley Stadion statt, das mit einem Fassungsvermögen von 90.000 Zuschauern das größte Stadion ist.

Reisestress könnte ein entscheidender Faktor werden

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg bei der EURO 2020 könnte der Reiseplan werden, den die Nationalmannschaften absolvieren müssen. Besonders hart könnte es hier die türkische Nationalmannschaft treffen. Die Türken treffen in Gruppe A auf einen der Mitfavoriten, Italien.

Wenn die Südeuropäer ihren Heimvorteil in Rom nutzen können, spielt die Elf von Şenol Güneş gegen Wales und die Schweiz um Platz zwei. Die Buchmacher halten den Einzug der Türken in das Achtelfinale für möglich. Sie liegen in der Wettquote zum Europameister 2021 vor den anderen beiden Gegnern.

Die Türken könnten im Spiel gegen die Schweiz einen kleinen Vorteil haben. Nach dem Auftakt gegen Italien in Rom spielt die Auswahl in Baku gegen Wales. Die Schweiz jettet hingegen von Baku (Auftakt gegen Wales) nach Rom, um dann wieder zurück ans Kaspische Meer zu fliegen. Dort geht es dann gegen die Türkei. Die Waliser treffen in Rom auf Italien.

Der Gruppensieger hat es übrigens ziemlich gut, denn es warten in den K. o.-Spielen London, München und wieder London als Austragungsorte. Das ist ein vergleichsweise geringer Reisestress. Vielleicht profitiert Italien davon im Laufe der EURO. Kommt die Türkei auf Platz zwei, geht es von Baku nach Amsterdam, dann zurück nach Baku und schließlich nach England.

Drei Topfavoriten in Gruppe F

Vergleichsweise wenig Reisestress haben die Mannschaften aus der Gruppe F. Dafür könnte hier schon ein Favorit ins Straucheln geraten. In die Gruppe wurden mit Weltmeister Frankreich, Deutschland und Titelverteidiger Portugal gleich drei Anwärter auf den Titel gelost. Nur die beiden besten Mannschaften sind sicher im Achtelfinale, das je nach Platzierung in Bukarest oder London stattfindet. In den Gruppenspielen hat Deutschland drei Heimspiele in München. Die restlichen Spiele finden in Budapest statt, wo Ungarn immerhin zweimal Heimrecht hat.

Gibt es eine Überraschung und der Außenseiter schafft es auf Platz zwei? Eines steht schon fest: Eines der drei großen Nationalteams wird auf Platz drei hoffen müssen, einer der beiden besten Dritten zu werden. Reicht es nicht, ist für einen Favoriten schon in der Gruppenphase Schluss. Glaubt man den Buchmachern, dürfte Frankreich vor Deutschland und Portugal stehen.

Torschützenkönig 2021 – für Cristiano Ronaldo stehen die Chancen schlecht

In der Gruppe F stehen einige Favoriten, die EM Torschützenkönig 2021 werden könnten. Frankreich hat mit Kylian Mbappe, Karim Benzema und Antoine Griezmann gleich aussichtsreiche Kandidaten. Die Portugiesen haben Cristiano Ronaldo, der bei den Buchmachern immerhin als Vierter geführt wird. Die Frage ist, ob der einstige weltbeste Fußballer noch einmal eine glänzende EURO spielen kann.

Und dann ist noch die Frage, ob es die Portugiesen ins Achtelfinale schaffen. Die Deutschen können nicht auf den einen herausragenden Star setzen. Bundestrainer Joachim Löw hofft auf zwei Rückkehrer: Mats Hummels und Thomas Müller. Letzterer ist auch für Tore gut. Die Buchmacher trauen Timo Werner und Serge Gnabry am ehesten zu, Torschützenkönig zu werden.

Kane und Lukaku sind Top-Favoriten

Top-Favoriten sind Harry Kane und Romelu Lukaku. Kane ist der Torjäger Englands, dessen Team in der Gruppe D dreimal im Wembley Stadion spielt. Gegner sind Kroatien, Tschechien und Schottland, sicher machbare Gegner. Bei den Buchmachern sind England und Frankreich die Top-Favoriten auf den EM-Titel.

Die Belgier spielen in der Gruppe B gegen Russland, Dänemark und Finnland. Sie sind klarer Favorit für den Einzug ins Achtelfinale und bei den Buchmachern auf Platz drei im Kampf um den Titel. Dahinter folgen Spanien und Deutschland. Die Spanier haben es in der Gruppe E mit Polen, Schweden und der Slowakei zu tun.

Bleibt die Gruppe C, in der die Niederlande auf die Ukraine, Österreich und Nordmazedonien treffen. Die Niederländer gehören hinter Portugal und Italien immerhin noch zu den Top-Acht der EM-Favoriten.

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