Aufgrund der Corona-Pandemie haben die europäischen Fußball-Ligen Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe verloren. Jetzt liegt der Fokus von deutschen, italienischen und spanischen Ligen zusammen mit dem Private Equity-Unternehmen auf der Gründung von Vermarktungs- oder Techfirmen, damit langfristig Einnahmen generiert werden können.

Zurzeit haben es die Fußball-Ligen mit einer günstigen Ausgangsposition zu tun. Allerdings gibt es immer zwei Seiten der Medaille, denn auf einer Seite benötigen Fußball-Ligen aus Europa Geld und auf der anderen sind die Investoren deutlich unruhig geworden.

Henning Vöpel ist der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts und er beschreibt die Lage mit folgenden Worten: "Im Moment gibt es auf den weltweiten Märkten sehr viel Geld. Zur gleichen Zeit haben wir es mit sehr reduzierten Investitionsmöglichkeiten zu tun. Insofern ist es keine Überraschung, dass Kapitalgeber in den Fußballmarkt einsteigen möchten, weil dieser eine große Plattform darstellt, die auch in Zukunft stattfinden wird. Somit findet hier das internationale Kapital eine geeignete Anlageform, die auch in Zukunft verspricht, dass eine gewisse Rendite eingebracht wird."

Deutsche Fußball-Liga bekommt Angebote von Investoren

Die Deutsche Fußball-Liga hat auch von insgesamt 20 privaten Equity-Firmen nach Medienberichten zufolge Angebote erhalten. Der DFL-Chef Christian Seifert hat das bei einer Mitgliederversammlung im letzten Jahr Anfang Dezember bestätigt. Insbesondere sind die Investoren an internationalen Aktivitäten der Bundesliga interessiert. Diese sind wie Broker in der Finanzwelt und helfen den richtigen finanziellen Weg zu gehen. Haben Sie sich die Frage schonmal gestellt: "Was ist ein Broker?" Die Antwort finden Sie auf Aktiendepot.de, denn hier werden Themen rund um die Vermögenswerte und das Online-Trading detailliert angesprochen.

Die durch die Corona-Pandemie entstehenden Einnahmeverluste sollten künftig durch die Auslandsvermarktung ausgeglichen werden. Die Deutsche Fußball-Liga besitzt eine Tochterfirma, die sich Bundesliga International nennt. Diese vermarktet Rechte für die erste und zweite Bundesliga im Ausland und musste wegen der Corona-Pandemie ebenfalls Einnahmeverluste hinnehmen. So sind die Einnahmen vor der Corona-Pandemie von 250 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro gesunken.

Die Brancheninformationen besagen, dass es um die Anteile von der Bundesliga International in Höhe zwischen 10 und 20 Prozent geht. Die aktuelle Bewertung der Tochterfirma liegt bei einer Milliarde Euro und so liegt der Einnahmebereich in einem dreistelligen Millionenbetrag.

Die Gründe für den Verkauf von Anteilen hätten klare Vorteile für die DFL, denn man wäre so besser gegen die Pandemie gerüstet und könnte sich eher im globalen Wettbewerb präsentieren. Die DFL könnte ihre Stärken durch die Digitalisierung hervorbringen und dafür sorgen, dass ein eigenes digitales Archiv entsteht, welches über die eigene Datenfirma vertrieben wird.

Der Aufbau einer Plattform digitaler Inhalte steht in den Startlöchern

Damit langfristig Einnahmen gesteigert werden können, muss eine strategische Fortentwicklung her, und zwar der Ausbau einer eigenen digitalen Plattform mit Inhalten. Dabei liegen die erwarteten Kosten bei ungefähr 200 Millionen Euro. Natürlich müsste die DFL auch Teile von den Erlösen mit den Investoren teilen. Allerdings sehen die alternativen Möglichkeiten deutlich unattraktiver aus. So müsste die Deutsche Fußball-Liga beispielsweise auf eine innovative Weiterentwicklung gänzlich verzichten oder diese aus den eigenen Mitteln finanzieren. Damit die Klubs die Weiterentwicklung finanzieren können, müssten diese eine ganze Saison auf Einnahmen aus dem Verkauf und auf Medienrechten verzichten. Allerdings kann sich aktuell diese Vorgehensweise kein Verein aus der Deutschen Fußball-Liga leisten.

Die finanzielle Belastung in internationalen Ligen

Die italienische Serie A hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Eine neu gegründete Vermarktungsgesellschaft wurde mit Anteilen von 10 Prozent für internationale und nationale Medienrechte verkauft. Die Investoren haben dafür insgesamt 1,7 Milliarden Euro gezahlt. Der Liga Chef Paolo Dal Pino ist mit diesem Investment äußerst zufrieden, denn das Investment sorgt dafür, dass die Serie A weltweit einen noch höheren Bekanntheitsgrad erlangt.

Doch Medienrechte sind nicht alles, denn es gibt noch die Digitalökonomie und auch die Digitalwirtschaft braucht Daten, damit eine Plattform eine gewisse Reichweite erreicht. Für den Wettbewerb ist es äußerst wichtig, dass man im Internet mehr Präsenz zeigt.

Zum besten Beispiel gehört die spanische LaLiga an, denn diese hat Anteile an die Tochterfirma LaLiga Tech verkauft. Dieses Unternehmen bietet Dienstleistungen im digitalen Sektor an und momentan nutzen über 70 Sportorganisationen den Service.

Die Probleme gehen sogar bis in die türkische Süper Lig, denn diese musste im letzten Jahr den Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie einstellen. Es wurden nicht nur Fußballspiele, sondern auch Volleyball- und Basketball-Meisterschaften unterbrochen. Somit erlitt auch die türkische Süper Lig Einnahmeverluste und um diese auszugleichen, müssen Investoren her, welche für die internationale Vermarktung der Spiele verantwortlich sind. Doch wie könnten kleinere Ligen, wie die türkische Süper Lig von der Pandemie profitieren, wenn man das überhaupt so nennen kann.

Die Antwort auf diese Frage ist überraschend einfach, denn es müssen einfach mehr Anteile an internationale Investoren verkauft werden, die dafür sorgen, dass sowohl die türkische, spanische, deutsche oder gar andere Fußball-Ligen international einen höheren Bekanntheitsgrad genießen und auch kleinere Ligen (polnische, türkische, tschechische) wieder Einnahmen durch die Einschaltquoten sichern können.