Diego Maradona mehr als nur ein Fußballstar. Manch einer bezeichnet ihn als wahren Mythos. Immer wieder macht er auch mit seinen Drogen- und gesundheitlichen Problemen Schlagzeilen. Jüngst erlitt er einen Schwächeanfall, später folgte eine Gehirn-Operation. Der Grund: Abstinenz-Erscheinungen. Denn der Sportler hat bereits eine lange Alkohol- und Drogengeschichte hinter sich. Auf Erfolge folgten Skandale – und noch mehr Skandale.

Kokainsucht war nie ein Geheimnis

Maradona gilt als der Messias von Neapel. Man verehrte ihn, denn er brachte unsagbare Erfolge in die Stadt. Dass er bereits in jungen Jahren von Kokain abhängig war, das schien niemanden so richtig zu interessieren. Die Hauptsache war, dass er der Stadt und dem Fußball Ruhm brachte.

Im Jahr 1987 war man Pokal- und Meisterschaftssieger, zwei Jahre später gab es dann beim UEFA-Cup ein spannendes Finale gegen Stuttgart. Dann im Jahr 1990 durfte man sich auf eine weitere Meisterschaft freuen. Doch was danach folgte, hatte mit dem Profifußball nicht mehr viel zu tun. Als Maradona aus der Sommerpause nach der Weltmeisterschaft im Jahr 1990 zurück auf der Bildfläche erschien, hatte er ein paar zusätzliche Kilos angesammelt. Auch insgesamt wirkte er nicht wirklich fit. Dementsprechend wenig begeistert war man dann auch von der Leistung in der kommenden Saison. Maradona enttäuschte seine Fans und den Verein.

Später folgte ein Doping-Test, der positiv ausfiel. Dass Maradona kokainabhängig war, konnte spätestens dann nicht mehr geleugnet werden. Tatsächlich hatte der Konsum seine Anfänge bereits in den 80er Jahren genommen. Schließlich wurde er sogar des Schmuggelns bezichtigt. Dokumentiert sind darüber hinaus diverse Kontakte zu Neapels Mafia. Von einem Helden konnte also nicht mehr die Rede sein – stattdessen machte der Spieler in den letzten Jahren nur noch Negativschlagzeilen. Sein Image verhalf ihm aber immerhin zu einigen Werbedeals, so machte er zum Beispiel Werbung für Glücksspiele. Wer Geld online im Internet-Casino gewinnen möchte, fühlte von Werbegesichtern wie Oliver Kahn oder eben auch Diego Maradona immer wieder angesprochen. Trotzdem steht es aktuell nicht gut um den einzigen Profi, der auch zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Auf die Operation soll ein Entzug folgen

In diesem Jahr wurde Diego Maradona 60 Jahre alt. Das Fußball-Idol aus Argentinien musste sich allerdings kürzlich einer Gehirn-OP unterziehen. Laut seines Arztes hatte er danach mit geistiger Verwirrung zu kämpfen. Der Neurologe sagte, dass er diesen Zustand aufgrund seiner Entzugserscheinungen erlitten habe. Um einen vollständigen Entzug käme er nun nicht mehr herum – doch dieser wird natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Mittlerweile nimmt er zwar kein Kokain mehr, doch vom Alkohol scheint er einfach nicht richtig loszukommen.

Bevor die Presse von dem anstehenden Entzug Wind bekam, hieß es noch, er könne das Krankenhaus alsbald wieder verlassen. Und auch trotz der Ankündigung scheint sein Arzt insgesamt weiterhin positiv gestimmt zu bleiben. Er sagte außerdem, dass es Maradona soweit gut gehe. Die Gehirn-OP hatte er aufgrund eines Blutgerinnsels über sich ergehen lassen müssen. Außerdem nimmt er bereits seit langer Zeit Antidepressiva ein. Vor der OP war er im Krankenhaus gewesen, weil er sich nicht gut fühlte – dann hatte man das Blutgerinnsel in seinem Kopf gefunden. Doch als ob das noch nicht genug wäre: In der Vergangenheit hatte der einstige Profi-Fußballer bereits zwei Herzinfarkte überstanden. Auch an Hepatitis ist er erkrankt. Statt Muskelaufbau und Fußballtraining hieß es für ihn zudem Magen-Bypass, denn er hatte zeitweise unter schwerem Übergewicht gelitten. Und nicht zu vergessen die Drogensucht, die ihn viele Jahre begleitete. Auf seine Psychopharmaka scheint er auch schon lange nicht mehr verzichten. Laut seiner Ärzte sei die Einnahme das Beste für ihn und seine Gesundheit.

Sein bewegtes Leben in einem Dokumentarfilm

Wer der beste Fußballer überhaupt ist, darüber darf man sich gern streiten. Es gibt so einige Fußballlegenden, von Messi über Ronaldo – bis hin zu Diego Maradona. Doch es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass Maradonas bewegtes Leben eine ganz besondere Geschichte erzählt. Das dachte sich wohl auch Regisseur Asif Kapadia, der einen Dokumentarfilm über den ehemaligen Fußballer drehte. Dort werden alle Höhen und Tiefen des einstigen Profis beleuchtet. Und es wird deutlich: Maradona ist so einiges. Sowohl ein Held als auch ein Betrüger – und letztlich auch ein Süchtiger. In der Doku bekommen wir private Videos, Archivaufnahmen und jede Menge Fernsehbilder zu sehen. Und leider bestätigen auch die jüngsten Schlagzeilen, dass es für Maradona Zeit ist, Ruhe einkehren zu lassen und die eigene Gesundheit in den Vordergrund zu stellen.