In der Deutschen Fußball-Bundesliga herrscht wieder einmal große Aufregung. Verantwortlich dafür sind jedoch nicht die Spieler, sondern deren Trainer. Vier Vereine stehen dabei im Rampenlicht. Die Ankündigungen der Spielleiter von Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München erhitzen die Gemüter. Eines scheint jetzt schon klar. Die Karten im deutschen Fußball werden neu gemischt, die Auswirkungen dieser Transfers sind noch nicht absehbar.

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Normalerweisen stehen auch in der Deutschen Fußball-Bundesliga die Spieler im Mittelpunkt des Interesses. Ihre spielerischen Glanzleistungen auf dem Platz sind dabei genauso interessant, wie ihre Eskapaden. Derer gibt es schließlich genug, sie spalten die Öffentlichkeit seit Jahren. Wenn ein Mario Balotelli desinteressiert auf der Bank sitzt und auf seinem iPad spielt, lässt man ihm das noch durchgehen, doch in Deutschland legt man strengere Maßstäbe an. Das gilt auch für die Trainer. Ein Wechsel zu einem großen und finanzkräftigen Verein wird von den Fans sehr schnell als Verrat angesehen.

Flick will nicht mehr

Umso überraschender sind die Reaktionen, die Hansi Flick nach seinem angekündigten Abgang erhalten hatte. Ein Großteil der Bayern-Fans steht nach wie vor felsenfest zu ihrem Meistertrainer und kritisierte vor allem den Sportvorstand Hasan Salihamidžić. Der gilt gemeinhin als die Ursache des Dauerstreits und damit auch als Grund für den Abgang von Flick.

Der ist immerhin auf dem besten Weg einer der erfolgreichsten Trainer des FC Bayern München zu werden. Als es ihm im Vorjahr gelang insgesamt sechs Titel zu gewinnen, gingen Experten noch davon aus, dass Flick eine neue Trainerära beim deutschen Meister begründen würde. Schließlich schien sein überraschender Aufstieg zum erfolgreichsten Trainer der Welt den Münchnern perfekt in die Karten zu spielen. Doch nur ein Jahr später steht die erfolgreiche Beziehung in Trümmern.

Enttäuschende Transfers

Diese Entwicklung nahm bereits zu Beginn der Saison ihren Anfang. Die sportliche Führung des Vereins wollte dem Erfolgstrainer kein Mitspracherecht bei der Verpflichtung neuer Spieler zugestehen. Dessen Kritik sollte sich noch als berechtigt herausstellen. Hasan Salihamidžić engagierte zahlreiche Neuverpflichtungen, die den Großteil der Saison auf der Bank verbrachten. Im Konflikt rund um den Ersatztorwart Alexander Nübel entzündete sich das schwelende Feuer endgültig zu einem Großbrand. Der Vorstand forderte mehr Einsätze von Nübel, Flick hingegen verwies auf seine Trainerkompetenz und lehnte dies mit Hinweis auf die Leistung von Manuel Neuer ab.

Wenige Wochen später steht der Verein nun vor den Trümmern seiner Sportpolitik. Flick setzte die Verantwortlichen mit seinem Schritt an die Öffentlichkeit geschickt unter Druck und wird aller Voraussicht nach im Sommer gehen. Dies allerdings nicht, ohne zuvor noch einen weiteren Titel zu holen. Das blamiert den Vorstand des FC Bayern bis auf die Knochen. Die Fans sind wütend und haben bereits eine Petition gestartet, die eine Abberufung des Sportvorstandes und den Verbleib des Trainers fordert. Doch Fick hat offenbar die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Flick im Visier.

Wird Flick der Nachfolger von Löw?

Löw wird seine Funktion nach der Fußball-Europameisterschaft zurücklegen. Er hat bereits an Angebot aus der Türkei erhalten, möchte sich zunächst jedoch auf das Großevent konzentrieren. Dann ist der Weg für seinen ehemaligen Assistenten frei. Dieser ist längst vom Lehrling zum Meister aufgestiegen und kann den Job sicherlich haben, wenn er ihn möchte. Der Konflikt in München hat den Fokus ein wenig von drei andern Mannschaften abgelenkt, die ebenfalls im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.
Zunächst verkündete Borussia-Mönchengladbach-Trainer Marco Rose seinen Wechsel zu Borussia Dortmund. Dort dreht sich das Trainerkarussell schon seit Jahren, doch bisher ohne großen Erfolg. In dieser Saison droht der Verein auch noch die Qualifikation für die UEFA Champions League zu verpassen, das wäre eine sportliche Katastrophe. Die Fans von Borussia Mönchengladbach hingegen nahmen die Ankündigung gar nicht gut auf und sind massiv verstimmt.

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Nicht ganz so schlimm erwischte es in Folge den Trainer von Eintracht Frankfurt. Adi Hütter hat in seinen Jahren in Frankfurt zahlreiche Erfolge gefeiert. Aktuell steht er kurz davor sein Team erstmals in die UEFA Champions League zu führen. Mitten im Finale der Saison wurde bekannt, dass er im nächsten Jahr die Nachfolge von Marco Rose in Mönchengladbach antreten wird. Damit werden die Trainer-Karten in der Deutschen Fußball-Bundesliga von Grund auf neu gemischt. Das gibt Anlass zu Hoffnung, dass die Liga noch spannender wird.