Die Türkei hat am Mittwochabend einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt und einen 0:2-Rückstand noch auf ein 2:2-Unentschieden gestellt. Hakan Çalhanoğlu und Ozan Tufan trafen für die "Milli Takım" im Verlauf der zweiten Halbzeit. Burak Yılmaz sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote-Karte.

Trotz der zuvor öffentlich kritisierten Belastung durch drei anstatt für gewöhnlich zwei Länderspielen änderte Türkei-Trainer Senol Günes seine Startformation für Serbien gegenüber dem Russland-Spiel am vergangenen Sonntag auf lediglich zwei Positionen: Mahmut Tekdemir rückte für den bereits abgereisten Ozan Kabak in die Innenverteidigung, wodurch Okay Yokuşlu ins defensive Mittelfeld neben Ozan Tufan rückte. Außerdem begann im rechten offensiven Mittelfeld der gegen Russland eingewechselte Cengiz Ünder für den wie Ozan verletzten Efecan Karaca.

"SMS" bringt Serbien in Führung

Die Türkei startete unter den Augen der wenigen hundert Zuschauern auf den Logentribünen des Türk Telekom Stadyumus durchaus schwungvoll und hatte bereits in den ersten Minuten Abschlüsse durch Kenan Karaman (2.) und Hakan Çalhanoğlu (4.). Danach war die anfängliche Sturm und Drangphase der "Milli Takım" aber erst einmal vorbei und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel in Istanbul, bei dem die Hausherren mit fortlaufender Spielzeit immer weiter zurückgedrängt wurden. Zwar hatte die Türkei nach 20 Minuten weiterhin mehr Spielanteile und mehr Schüsse auf´s Tor, Minuten später fiel das Tor jedoch auf der anderen Seite. Die Serben nutzten ihre erste echte Chance des Spiels prompt: Ristic fand mit einer Flanke von der linken Seite Lazio-Mann Sergej Milinković-Savić (22.), der auf Höhe des zweiten Pfostens Mahmut Tekdemir übersprang und ins rechte untere Eck einköpfte. Im Anschluss war die Türkei sichtlich um eine Reaktion bemüht, bis auf zwei unpräzise Abschlüsse von Cengiz Ünder kam aber nichts zu Stande. Mit dem 0:1-Rückstand ging es in die Pause.

Çalhanoğlu lässt hoffen – Mert Günok rettet mehrfach 

Die Türkei startete denkbar schlecht in den zweiten Durchgang und musste direkt den nächsten Gegentreffer schlucken: Nach einem vermeintlichen Foulspiel von Okay Yokuşlu entschied Schiedsrichter Kabarov auf Elfmeter. Serbiens Mitrović trat an und verwandelte eiskalt zum 2:0 ins rechte Eck. Die Türkei steuerte nun auf die Niederlage zu, doch genau das sollte für den Umschwung sorgen: Nach einem Doppelpass mit Burak Yılmaz zog Hakan Çalhanoğlu (55.) innerhalb des Strafraums direkt ab und stellte auf 1:2 aus Sicht der Gastgeber. Jetzt hatte die "Milli Takim" plötzlich Oberwasser. Zunächst verhinderte Serbiens Schlussmann Dmitrović noch einen Schuss von Cengiz Ünder, dann besorgte jedoch Ozan Tufan (74.) den umjubelten Ausgleich: In Folge einer Doppel-Chance hielt der Fenerbahçe-Spieler bei einem abgeblockten Çalhanoğlu-Schuss aus dem Hinterhalt den Fuß rein und ließ so Dmitrović keine Chance. In der Schlussviertelstunde hatte dann Serbien gleich mehrfach die Chance zur erneuten Führung, Mert Günok rettete das 2:2-Remis jedoch über die Zeit.

Foto: Ozan Kose / Getty Images