Als der polnische Stürmerstar Robert Lewandowski vom großen Konkurrenten Borussia Dortmund zum FC Bayern München wechselte, stand München ganz im Zeichen der Ankunft des erfolgreichen Trainers Pep Guardiola. Doch der war gerüchteweise alles andere als begeistert von seinem neuen Spieler. Schließlich stand Lewandowski nicht für jene Spielweise, die der Spanier am Feld bevorzugt. Doch der Pole strafte alle Gegner Lügen und entwickelte sich zum Erfolgsfaktor Nummer 1 des deutschen Serienmeisters.

Das musste auch Pep Guardiola zur Kenntnis nehmen. Fassungslos stand dieser am Spielfeldrand, als der eingewechselte Lewandowski im Spiel gegen den VfL Wolfsburg in nur neun Minuten einen 0:1 Rückstand in einen 5:1 Sieg verwandelte. Der Stürmer schoss alle fünf Tore selbst und demonstrierte seinem Trainer endgültig, wie falsch er ursprünglich in seiner Einschätzung gelegen hatte. Fußball-Deutschland staunte einmal mehr darüber, wozu Lewandowski am Platz imstande ist. Abseits der Arena präsentiert sich der Star jedoch erstaunlich bieder.

Extravagant am Platz, zurückhaltend im Privatleben

Der polnische Nationalstürmer sorgt seit vielen Jahren für Aufsehen in der Fußballwelt. Doch anders als bei so manchem Kollegen passiert dies ausschließlich auf dem Fußballfeld. Im Gegensatz zu den glamourösen Stars dieser Welt gilt Lewandowski eher als bieder. Während sich viele Spitzenfußballer auch über ihr Aussehen definieren und sich für Großereignisse extra die Haare färben lassen, glänzt der Pole selten mit extravaganten Outfits oder Frisuren. Nur einmal machte er eine Ausnahme. Da zeigte sich der Stürmerstar auf Instagram in einem ungewöhnlichen Look. Er posiert mit Mütze, großer Brille, einer kurzen Hose und hochgezogenen Socken. Die Fans zeigten sich in ihren Reaktionen wenig begeistert. Einige verglichen Lewandowski sogar mit dem polnischen Ski-Springer Adam Malysz und kritisierten die ihrer Meinung nach hässlichen Klamotten. Schließlich blieb es bei diesem Ausflug in die Welt der Extravaganz. Der Fußballer zeigt lediglich am Platz seine außergewöhnliche Klasse. Der FC Bayern München ist mittlerweile vollständig von ihm abhängig geworden.

Titelgewinne ohne Ende

Bereits im Vorjahr hob Lewandowski sein Können auf ein neues Niveau. Er traf wie eine Maschine, daran konnte auch eine Operation in der Winterpause nichts ändern. Kaum zurückgekehrt, traf er wie zuvor und schoss seinen Verein in kürzester Zeit zurück an die Tabellenspitze. Der FC Bayern München, der katastrophal in die Saison gestartet war, befand sich plötzlich wieder im Rampenlicht. Damit nicht genug, ließ Lewandowski auch in der Torschützenliste alle Konkurrenten hinter sich und eroberte neben dem Triple auch noch diese Trophäe. Als wäre er noch nicht erfolgreich genug, gelang ihm nach dem Beginn der neuen Saison auch noch ein weiterer, lange ersehnter Erfolg. Er wurde endlich zum besten Fußballer des Jahres in Europa gewählt und hängte dabei seinen Teamkollegen Manuel Neuer ab. Nach den Siegen in der UEFA Champions League, dem DFB Cup, der Deutschen Fußball-Bundesliga und als Torschützenkönig in diesen drei Bewerben, fehlt jetzt nur noch die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Gut möglich, dass Lewandowski diesmal Lionel Messi und Co hinter sich lässt und für die Saison 2019/20 alles gewinnt, was man gewinnen kann.

Die Tormaschine gibt den Takt vor

Für seinen Verein bedeutet dies jedoch, dass man sich längst in die Abhängigkeit eines einzigen Spielers begeben hat. Der in der Vergangenheit mehrfach geäußerte Wunsch nach einem Wechsel zu einem spanischen Top-Klub dürfte der Vergangenheit angehören. Schließlich hat sich Robert Lewandowski mit dem Gewinn der UEFA Champions League dieses Jahr einen Lebenstraum erfüllt. Doch wie sehr der FC Bayern von seiner Form abhängt, konnte man bereits zum Start der Saison erkennen. Der Stürmer hatte bereits drei Spiele hindurch nicht mehr getroffen. Auf seinem Konto befand sich lediglich ein Tor, als es zuletzt gegen Hertha BSC ging. Sein Teamkollege Leon Goretzka ermunterte ihn vor dem Spiel jetzt endlich einmal Gas zu geben, denn seine härtesten Konkurrenten hätten bereits zahlreiche Tore geschossen. Das ließ sich Lewandowski nicht zweimal sagen. Er drehte den 0:1 Rückstand im Alleingang zu einem klaren Sieg. Vier Tore später war die Hierarchie der Torschützen in Deutschland wieder hergestellt.

Mit dem Viererpack bewahrte der Stürmer seine Mannschaft vor einem Fehlstart in die Saison. Mit dabei war auch sein 100. Tor in der heimischen Allianz-Arena. Dafür hatte Lewandowski lediglich 98 Spiele benötigt. Sein Trainer sieht ihn noch nicht am Ende seiner spielerischen Möglichkeiten. Seine Chancenauswertung ist derzeit hocheffizient, das bedeutet für seine zukünftigen Gegner nichts Gutes. Robert Lewandowski befindet sich derzeit ohne Zweifel am Höhepunkt seiner Karriere. Für seinen Verein ist er mittlerweile unverzichtbar geworden.

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