Immer wieder gerne erinnern sich Fußball-Fans vor dem sportlichen Aufeinandertreffen Deutschlands und der Türkei an das EM-Halbfinalspiel von 2008. Im Basler St.-Jakobs Park erlebt eine im Rausch aufspielende und während des Turnierverlaufs durch besonders späte Tore gefürchtete "Milli Takım" ausgerechnet in letzter Minute die große Enttäuschung und verliert noch mit 2:3. Das LIGABlatt wirft einen Blick zurück auf die damalige Mannschaft der Türkei, die nur knapp am Finaleinzug und einer echten Sensation vorbeischrammte. 

EM 2008 – Halbfinale – Mi., 25.06.2008 – 20:45 Uhr 
Deutschland gegen Türkei 3:2 (1:1) 
Tore: Bastian Schweinsteiger (26.), Miroslav Klose (78.), Philipp Lahm (90.) / Uğur Boral (22.), Semih Şentürk (86.)

Tor
Altmeister Rüstü Reçber, der 2002 WM-Dritter wurde, springt für den gesperrten Volkan Demirel ein und wird insbesondere im Viertelfinal-Elferschießen gegen Kroatien zum gefeierten Helden. Im Halbfinale gegen Deutschland macht er eine mittelmäßige Partie. Rüstü beendet seine Karriere vier Jahre später, Volkan erst im vergangenen Sommer. 

Abwehr
Galatasaray-Profi Hakan Balta, der insgesamt 238 Spiele für die "Löwen" absolviert, ist die einzige Konstante in der Vierer-Abwehrkette und spielt links hinten immer. In der Innenverteidigung erhält der erfahrenere Gökhan Zan den Vorzug vor dem damaligen Youngster, der stattdessen im Mittelfeld aufläuft. Daneben spielt Ayhan Akman. Rechts spielt startet Galatasaray-Mann Sabri Sarıoğlu an Stelle von Hamit Altintop, der vor der EM seine erste Saison beim FC Bayern erlebte.

Mittelfeld
Kapitän Emre Belözoğlu sitzt auch gegen Deutschland nur auf der Bank, weshalb die Chefrolle im zentralen Mittelfeld vom Halb-Brasilianer Mehmet Aurelio übernommen wird. Auf Linksaußen fehlt mit Arda Turan der gefragteste Star in der Mannschaft, er wird durch Ugur Boral ersetzt. Weitere Protagonisten im Mittelfeld: Mehmet Topal als defensiver Achter und Hamit Altintop als zurückgezogener Rechtsaußen.

Angriff
Star-Stürmer Nihat Kahveci fehlt, dem Doppel-Sturm um Semih Sentürk von Fenerbahçe und Collin Kazim-Richards geht somit etwas die Qualität ab. Dennoch trifft Sentürk auch gegen die Deutschen (2:2) und ist am Ende bester Turnier-Torjäger der Türkei. 

Foto: Pierre-Philippe Mercau / Getty Images