Die neue Saison mit einem 8:0 gegen Schalke eröffnen? Kann man mal so machen! Als Neuzugang gleich ein Tor und zwei Vorlagen beisteuern? Es könnte schlechter beginnen! Der FC Bayern hat schon wieder Angst und Schrecken verbreitet, schon nach dem 1. Spieltag gratuliert man zur Meisterschaft. Dafür gibt es logischerweise viele Gründe, ein Name wurde erst am Freitag geboren.

Was Serge Gnabry drauf hat, weiß man spätestens nach der letzten Saison, insbesondere europäisch wuchs der Rechtsaußen zur Weltklasse heran. Nun hat der deutsche Nationalspieler einen neuen Partner auf links bekommen. Leroy Sané muss das tun, was Gnabry längst getan hat: Sich beweisen. Wie viel Eingewöhnungszeit würde er brauchen? Die Antwort gab es am Freitag auf dem Platz: Gar keine. Die Nummer 10 und die Nummer 7 wirbelten zusammen über den Platz, legten sich gegenseitig die Tore auf, hatten stets das Auge für die Mitspieler und sprühten nach ihren Auswechslungen nur so vor guter Laune.

Wie einst Robben und Ribéry

Alle konnten sehen: Sané und Gnabry, das neue Traum-Duo der Bundesliga, ist bereits im ersten Spiel so gut drauf, dass sich die Konkurrenten schon einmal mit dem Kampf um Platz 2 abfinden müssen. Sané kam hinein in eine eingespielte Mannschaft und doch machte es den Anschein, als kenne er bereits alle Spielzüge. Besonders auffällig: Er sah stets den besser postierten Nebenmann und jagte jedem Ball nach. Fast alle waren begeistert ob dieses Auftritts, außer einer: Bayerns Finalheld aus der Champions League, Kingsley Coman. Er wird sich zurecht fragen: Jetzt, wo alle begeistert von "Snabry" sind, wo soll mein Platz in Zukunft sein? Für die Gegner der Münchner aber bedeutet das gleichzeitig auch: Gnabry, Sané und Coman, dazu Müller und Lewandowski – wer soll diese Mannschaft überhaupt schlagen?

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images