Nationalspieler Ahmed Kutucu könnte seine Zelte auf Schalke vorübergehend abbrechen. Aufgrund der neuverpflichteten Konkurrenz will man das Eigengewächs wohl verleihen.

Ahmed Kutucu ist auch mit seinen erst 20 Jahren bereits ein Ur-Schalker. Geboren in Gelsenkirchen, durchlief er die Jugendmannschaften, bis er Ende 2018 endlich sein Debüt in der Bundesliga geben durfte. Seitdem kommt der Stürmer auf 38 Spiele, erzielte fünf Tore und gab drei Vorlagen im deutschen Oberhaus. Auch in Zukunft soll er dort auflaufen, zumindest in den nächsten Monaten allerdings nicht bei seinem Herzensverein. Schalke hat nach einer katastrophalen Rückrunde die tormüde Offensive gestärkt. Routinier Vedad Ibišević konnte ablösefrei verpflichtet werden und gestern tütete man dazu die Leihe von Eintracht Frankfurts Gonçalo Paciência ein. Mit den Rückkehrern Mark Uth (von Köln) und Steven Skrzybski (von Fortuna Düsseldorf) sowie den verbleibenden Stürmern Benito Raman und Guido Burgstaller bewerben sich somit viele Spieler für die beiden Plätze in David Wagners bevorzugtem 4-4-2-Sytem. Uth und Paciência dürften dabei die Nase vorn haben, danach folgen Edeljoker Ibišević und der auch auf links einsetzbare Raman. Schlechte Nachrichten vor allem für Kutucu und Burgstaller, die den Verein daher verlassen könnten.

Während man den Österreicher wohl endgültig abgeben würde, will man Kutucu verleihen, damit er weiterhin auf höchstem Niveau Erfahrungen sammeln kann. Naheliegendster Abnehmer wäre Union Berlin. Die Köpenicker haben schließlich soeben ihren Stammstürmer Sebastian Andersson an den FC Köln abgegeben. Deutsche Medien bringen allerdings auch die TSG Hoffenheim und Arminia Bielefeld ins Spiel. Bei beiden Vereinen wäre die Konkurrenz für den jungen Türken ebenfalls stark, eine Luftveränderung könnte ihm trotzdem nützen. In seiner Komfortzone Schalke setzte David Wagner zuletzt nur sporadisch auf den Publikumsliebling. Hinsichtlich einer möglichen EM-Teilnahme im nächsten Jahr wird Kutucu allerdings dringend Spielzeit benötigen. Somit wäre eine vorrübergehende Luftveränderung auch im Sinne des eingefleischten Schalkers.

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