Statt einer Wiedergutmachung nach dem 0:1 gegen Ungarn gab es für die Türkei den nächsten Dämpfer. Trotz 40 Minuten Überzahl zeigte man erneut eklatante Schwächen in der Offensive und musste sich mit einem schwachen Unentschieden zufriedengeben. Şenol Güneş setzte voll auf das Testen potentieller Herausforderer, wird nun allerdings mit etwas Gegenwind rechnen müssen.

Nach der schwachen Darbietung und einer verdienten Niederlage gegen Ungarn war es keine Überraschung, dass Şenol Güneş seine Startelf auf einigen Positionen änderte. Überraschend war hingegen, dass trotz vieler Wechsel nicht die eigentliche A-Elf zum Einsatz kam, sondern erneut eine bunte Mischung aus Stammkräften und hoffnungsvollen Nachwuchsspielern, Backups und Spätberufenen. Stammkeeper Günok im Tor, davor eine Viererkette mit Kaldırım, Söyüncü, Kabak und Çelik, Tekdemir, Kapitän Tufan und Orkun Kökçü im Mittelfeld und eine Offensive bestehend aus Karaman, Yazıcı und Ünal sollte gegen Serbien mindestens ein Unentschieden holen. Die Gastgeber setzten dagegen weitestgehend auf ihre Stammelf, inklusive Filip Kostić (Eintrach Frankfurt), Aleksandar Kolarov (AS Rom), dem letztjährigen Championship-Torschützenkönig Aleksandar Mitrović (FC Fulham) und Ajax-Kapitän Dušan Tadić. Die beiden – aus der Süper Lig bekannten – Adem Ljajić (Beşiktaş) und Danijel Aleksić (Başakşehir) nahmen auf der Bank Platz und kamen nicht zum Einsatz.

Es dauerte dann gut 15 Minuten, bis die beiden Teams ins Spiel fanden. Kabak und Tufan lieferten die ersten Torannäherungen, während auf der anderen Seite Kostić zumindest das Außennetz traf. Das Spiel war eher geprägt von Körperlichkeit und bot wenige Höhepunkte vor den Toren, auch wenn die Gäste sich leichte Vorteile erarbeiten konnten. Den ersten echten Aufreger gab es dann in der 45 Minute, als Söyüncü auf links wegrutschte und Toptorjöger Mitrović frei vor Günok auftauchte. Der Keeper behielt allerdings die Oberhand und konnte zur Ecke klären, so dass es torlos in die Kabine ging.

Zum zweiten Durchgang wechselte Güneş einmal, brachte Sangaré positionsgetreu für Çelik und bewies damit direkt einen guten Riecher. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff war der Rechtsverteidiger nach einem Fehler in der Defensive der Serben plötzlich alleine auf dem Weg zum Tor und konnte durch den gelb-verwarnten Kolarov nur noch per Foul gestoppt werden. Nach 49 Minuten hieß es richtigerweise Gelb-Rot und Überzahl für die Türken. Wer nun allerdings gehofft hatte, dass die Gäste leichtes Spiel haben würden, sah sich getäuscht. Im Gegenteil. Serbien zog sich vollends zurück und überließ der Türkei das Spiel, die absolut nichts mit ihren Feldvorteilen anzufangen wusste. Statisch und ideenlos schleppten sich die Türken über das Feld und es dauerte bis zur 75. bzw. 78. Minute, bis sich wieder Torchancen ergaben. Kaldırım und Yazıcı scheiterten allerdings jeweils knapp. So ging das Spiel dahin und auch die Hereinnahmen von Ünder und später Yılmaz sorgten nicht mehr für die notwendigen Impulse. Stattdessen kam sogar Serbien noch ein paarmal vielversprechend in Tornähe, scheiterte allerdings ebenfalls. Nach 95 äußerst enttäuschenden Minuten endete das Spiel torlos unentschieden.