Beşiktaş schickt seine Fans auch weiterhin auf eine Achterbahnfahrt. Nach dem starken Saisonfinish und einem unerwarteten Platz 3 ist die Freude nach nur einem Spiel schon wieder verflogen. Gegen Saloniki ging man sang- und klanglos unter und wird daher nicht in der Champions League vertreten sein. Grund dafür ist auch die bisher nur halbfertige Personalplanung. Das LIGABlatt guckt sich den Kader der "Adler" genauer an.

System
4-2-3-1

Tor
Nach der unrühmlichen Trennung von Loris Karius schien ein neuer Torhüter die allererste Priorität zu sein. Sergen Yalçın hat indes offenbar andere Pläne. Nachwuchskeeper Ersin Destanoğlu nutzte seine Chance und konnte sich im Kasten festspielen. Da mit Utku Yuvakuran ein weiterer entwicklungsfähiger Torhüter im Kader steht, dürfte man auf dieser Position nicht mehr nachlegen und scheint gut aufgestellt zu sein.

Abwehr
Hinter der Abwehr stehen wohl noch die größten Fragezeichen. Mit Caner Erkin und Gökhan Gönül wurden die beiden Stammaußenverteidiger (und Führungsspieler) abgegeben, Víctor Ruiz kündigte einseitig und auch die Zukunft von Abwehrchef Domagoj Vida ist aktuell noch nicht geklärt. Als Ersatz wurden bisher Welinton und Fabrice N’Sakala von Alanyaspor verpflichtet. Mit Atléticos Francisco Montero befindet sich ein weiterer Innenverteidiger offenbar im Anflug, gerade hinten rechts drückt der Schuh allerdings noch gewaltig. Das Experiment mit Jeremain Lens ging gegen PAOK schief und Youngster Rıdvan Yılmaz dürfte noch nicht als Stammkraft eingeplant sein. Zuletzt verdichteten sich Gerüchte um Antalyaspors Nationalspieler Nazim Sangaré. Der 26-Jährige wäre sicherlich die Toplösung, würde allerdings auch eine Ablöse kosten.

Mittelfeld
Ein erheblicher Faktor für den starken Saisonendspurt war die Doppelsechs um Hutchinson und Elneny. Zumindest der Altmeister konnte zum Weitermachen bewegt werden und wird das Team als Kapitän aufs Feld führen. Da dem Kanadier unter Yalçın eine etwas offensivere Rolle zukommt, benötigen die "Adler" aber einen Abräumer, der dem 37-Jährigen den Rücken freihält. Zuletzt kam diese Rolle Necip Uysal zu und auch Tököz könnte diesen Part übernehmen. Ein weiterer Akteur wäre hier aber sicherlich nicht verkehrt.
Für die offensive(n) Position(en) hat der Trainer dafür die Qual der Wahl: Neuzugang Bernard Mensah hat klar die Nase vorn, doch mit Ljajic und Rückkehrer Özyakup gibt es weitere hochkarätige Kandidaten für die Zehn oder eine Doppelacht neben Hutchinson.

Sturm
Der Kapitän Burak Yılmaz ist von Bord und mit ihm der Toptorjäger der letzten Spielzeit. Cyle Larin zeigte bisher gute Ansätze, soll allerdings einen starken Konkurrenten bekommen. Nach den hartnäckigen Gerüchten um den aktuell vereinslosen Routinier Papiss Demba Cissé scheint mittlerweile Nikola Kalinić das Wunschziel zu sein. Der Kroate steht zwar noch bis 2021 bei Atlético unter Vertrag, soll nach seiner Leihe zum AS Rom nun aber endgültig abgegeben werden. Er wäre im Falle einer Einigung aller Parteien im Sturmzentrum gesetzt, während Larin und Güven Yalçın als Backups fungieren würden.
Letzterer wäre auch eine Option für die Flügel. Dazu kämen aktuell Boyd, Lens, Ajdin Hasić,
N’Koudou, Atakan Üner und theoretisch Ljajic. Zusammen mit dem hochgehandelten Rückkehrer Gökhan Töre wäre man so vernünftig aufgestellt und könnte sich zunächst auf die Problempositionen kümmern.

Fazit
Zwei Wochen vor dem Kracherauftakt gegen Trabzonspor gibt es am Dolmabahçe-Palast noch einige Fragezeichen. Vor allem ein Wechsel Domagoj Vidas würde eine Kettenreaktion in Gang setzen. So oder so wären ein neuer Innenverteidiger und ein potentieller Stammspieler für den Platz rechts in der Viererkette extrem wichtig. Danach folgen ein Mittelstürmer und ein Sechser. Aufgrund der finanziellen Situation steht man in Istanbul vor einer echten Herkulesaufgabe.