Nach dem verpassten Gewinn der Süper Lig hat sich der neue Vizemeister Trabzonspor immerhin den türkischen Pokal gekrallt. Am Mittwoch Abend bezwangen die Bordeaux-Blauen im Endspiel Alanyaspor mit 2:0. Nach der Führung durch Abdülkadır Ömür (25.) sorgte Top-Torjäger Alexander Sörloth (90.) spät für die Entscheidung. Für Trabzonspor ist es der neunte Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Trabzons Interims-Trainer Eddie Newton vertraute im Pokal-Endspiel auf ein 4-2-3-1-System mit Torwart-Titan Uğurcan Çakır im Kasten. Davor verteidigten Pereira, Türkmen, Campi und Novak. Im Mittelfeld agierten Parmak und Guilherme als defensive "Sechser", Ekuban, Sosa und Ömür bildeten die offensive Dreierreihe. Ganz vorne gab Liga-Torschützenkönig Sörloth den alleinigen Angreifer.

Alanya-Trainer Erol Bulut antwortete darauf im gleichen System mit der Vierer-Abwehrreihe um Juanfran, Caulker, Tzavellas und N´Sakala. Gülselam, Siopis, Karacas sowie die torgefährlichen Bakasetas und Fernandes wirbelten im Mittelfeld. Alleinige Spitze auf Seiten Alanyas war Papiss Demba Cissé, nach Sörloth der zweit treffsicherste Stürmer der abgelaufenen Süper Lig-Saison.

Das Spiel im verwaisten Atatürk Olimpiyat Stadion begann mit einer ersten Chance für Alanya durch Anastasios Bakasetas: Der Grieche zog bei seinem Abschluss nach fünf Minuten aber am linken Pfosten vorbei. Immer wieder sorgte der 27-jährige Offensiv-Star Alanyas für Unruhe in der Trabzon-Hälfte und war in den ersten 20 Minuten somit der auffälligste Mann auf dem Rasen. Von Trabzonspor kam bis zu diesem Zeitpunkt relativ wenig, besonders wenn man deren Offensiv-Fußball aus weiten Teilen der vergangenen Saison kennt. Ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor stellten sie bei ihrer ersten Großchance aber unter Beweis: Ein langer Ball erreicht den auf der linken Seite ausgewichenen Sörloth, der hauchdünn nicht im Abseits stand und somit Richtung Strafraum marschierte. Kurz vor der linken Strafraumecke schickte der Norweger eine flache Flanke auf den mitgelaufenen Ömer, der im Fallen zur Führung traf (25.) Mit der 1:0-Führung für den Vizemeister ging es dann auch kurze Zeit später in die Pause.

Trabzonspor lässt reihenweise Chancen zur Entscheidung liegen

Mit Beginn des zweiten Durchgangs erhöhte Alanyaspor die Schlagzahl und wurde beinahe prompt mit dem Ausgleich belohnt. Efecan Karaca (51.) verpasste einen durchgesteckten Pass aber nur um Haaresbreite. Für Trabzonspor war der Beinahe-Ausgleich ein echter Weckruf. Erst brachte der eingewechselte Başacıkoğlu (64.) denn Ball nach einer Pereira-Flanke per Kopf nicht im Tor unter. Dann setzte Sörloth (72.) einen Schuss nur knapp am Pfosten vorbei. Abdülkadır Ömür (88.) verpasste zusätzlich die Chance auf den persönlichen Doppelpack kläglich. Schließlich war es Sörloth (90.+9), der nach einem Konter frei durch war und keine Probleme hatte zur 2:0-Entscheidung zu vollstrecken. Am Ende schaukelte Trabzonspor das Ergebnis mit etwas Glück (Alanyas Salih Ucan bekam einen Treffer wegen Abseits noch zurückgepiffen) aber über die insgesamt elfminütige Nachspielzeit und kürte sich verdientermaßen zum neuen türkischen Pokal-Champion.