Ob er wirklich der Richtige für diesen Job ist? Die Bayernfans schüttelten lange Zeit den Kopf, was ihre Meinung zu Hasan Salihamidžić betraf. Doch wer hätte es für möglich gehalten, mittlerweile wächst der Bosnier immer mehr in seine Rolle hinein und auch die Fans merken: Da haben wir ihm wohl Unrecht getan! Ein Kommentar von LIGABlatt-Redakteurin Isabella Lößl.

Natürlich waren es nicht nur die Fans des FC Bayern, die Hasan Salihamidžić höchst kritisch beäugt hatten. Auch in den Medien musste der ehemalige Spieler des deutschen Rekordmeisters viel Häme und Spott einstecken. Doch wieso genau wird er plötzlich eigentlich respektiert? Zum einen, weil er es geschafft hat, mit den von ihm gewünschten Neuzugängen zu punkten. Leroy Sané wurde zum Schnäppchenpreis von nur 49 Millionen Euro geholt, Alphonso Davies und Benjamin Pavard entwickeln sich prächtig. Dazu holte Salihamidžić Tanguy Kouassi, hinter dem halb Europa her war. Die Kritiker sehen: An Brazzo lag es nicht, dass sich so mancher Spieler gegen den FC Bayern entschieden hat.

Klare Kante gegen David Alaba

Was ebenfalls gut ankommt: Die Haltung, die er in der Diskussion um David Alaba zeigt. Dessen Berater fordert nämlich: Mein Klient muss mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Für Salihamidžić eine Farce, denn wer mitten in der Corona-Krise solche Summen fordert, ist in München komplett falsch. Also nahm er kein Blatt vor dem Mund und rief der Alaba-Seite in den Verhandlungen zu: In welcher Welt lebt ihr eigentlich! Ein dickes Lob gab es anschließend von Karl-Heinz Rummenigge. Denn auch, wenn man Alaba eigentlich nicht verlieren darf: Einen Spieler, dem die Gesundheit des Klubs am Allerwertesten vorbei geht, will man nicht an der Isar haben. Dass Salihamidžić noch einknickt? Das wird dem Sportvorstand, zu dem er nun endgültig gereift ist, garantiert nicht passieren.

Foto: Handout/Getty Images