Die Konkurrenz hat gepatzt, man selbst tritt gegen einen Abstiegskandidaten an und ist ohnehin top in Form: Das muss doch ein perfekter Spieltag für Beşiktaş werden. Was nach europäischer Luft gerochen hatte, wurde zu einem schmerzhaften Abend. Nach der 1:3-Niederlage gegen Keyserispor ist die Laune im Keller, wieso haben die Schwarzen Adler den Matchball vergeben?

Als Atiba Hutchinson in der 74. Spielminute den Ausgleich markierte, dachten eigentlich alle: Jetzt ist der Bann gebrochen, nun schnappt sich Beşiktaş den Dreier. Entgegen dieser Erwartungen war es der Underdog, der plötzlich aufdrehte und sich in den Schlussminuten den Sieg sicherte. Wie das passieren konnte? Das weiß man bei Beşiktaş selbst nicht, denn eigentlich waren die Voraussetzungen exzellent, um auf einen europäischen Rang zu springen. Es war mehr als nur eine Steilvorlage, die die Konkurrenz den Adlern gegeben hatte, genutzt wurde sie nicht. War der Druck zu groß, die Partie unbedingt gewinnen zu müssen? Wie wirkt sich die Pleite nun auf die Mentalität aus?

Nichts in der eigenen Hand

Wäre gestern gewonnen worden, wäre man nicht auf die Konkurrenz angewiesen und hätte sich aus eigener Kraft für Europa qualifizieren können. Nun muss gehofft werden, dass die Konkurrenz erneut patzt. Es könnte sogar noch schlimmer kommen, denn: Bricht die Niederlage der Moral das Genick, lauern Fenerbahçe und Alanyaspor mit nur einem bzw. zwei Pünktchen hinter den Adlern. Nun wird sich entscheiden, wie stabil die Spieler wirklich sind. Noch immer ist die Möglichkeit auf Europa gegeben, aber die Topchance konnte man nicht nutzen. Champions League, Europa League oder ein Platz im grauen Mittelfeld? Alles ist möglich am Bosporus. Ein nervenaufreibendes Saisonfinale steht den Fans bevor, dessen Ausgang wahrlich nicht vorherzusagen ist.