Im Spitzenspiel des 30. Spieltags hat Galatasaray am Sonntag Abend im heimischen Türk Telekom Stadyumu mit 0:2 gegen Trabzonspor verloren und damit die letzte Chance auf den Meistertitel verspielt. Trabzonspor, die mit jetzt 61 Punkten weiter an Tabellenführer Başakşehir dran bleiben, profitierten von einem frühen Platzverweis gegen Galatasarays Sofiane Feghouli und gewann am Ende durch Tore von Sosa (41.), Novak (70.) und Sørloth (90.+4). 

Galatasaray-Trainer Fatih Terim konnte nach mehreren Wochen endlich wieder auf Marcão als spielstarken Innenverteidiger setzen. Der Brasilianer agierte in der Viererkette neben Mariano, der nach einer Gelb-Sperre zurückkam, Donk und Saracchi. Davor bildeten Jean-Mikaël Seri, Belhanda, Taylan, Feghouli und Ömer das Mittelfeld. Ganz vorne begann Emre Akbaba, der normalerweise ebenfalls im Mittelfeld anzuordnen ist, als alleinige Spitze.

Trabzon-Coach Hüseyin Çimşir stellte ebenfalls ein 4-2-3-1-System mit Torwart Uğurcan dagegen. Die Vierer-Defensive bestand aus Kamil Ahmet, Da Costa, Hüseyin und Novak. Die Doppelsechs bildeten Kapitän Sosa und Ex-Galatasaray-Star Ndiaye. Davor sollten A. Parmak, A. Ömür, Ekuban und allen voran Top-Torjäger Sørloth für Offensivgefahr sorgen.

Beiden Mannschaften war die sportliche Tragweite dieses Spiels zu Beginn deutlich anzumerken, dementsprechend zurückhaltend gestalteten sich die ersten Minuten im Türk Telekom Stadyumu. Nach erstem Abtasten deutete Chaleb Ekuban (8.) erstmals das Potenzial des Meisteranwärters vom Schwarzen Meer. Auf Seite der Hausherren hatte Not-Stürmer Emre Akbaba (10./11.) die ersten Abschlussmöglichkeiten. Torchancen waren in der ersten Halbzeit Mangelware, an Einsatz und Feuer in den Zweikämpfen fehlte es allerdings nicht. Ein verhängnisvolles Tackling zwischen Manuel da Costa und Sofiane Feghouli endete dann jedoch für Letzteren mit dem vorzeitigen Gang unter die Dusche: Nachdem ihn da Costa im Mittelfeld unsanft abgeräumt hatte, trat der Algerier im Fallen mit beiden Füßen nach seinem Gegenspieler aus, sodass Feghoulis Stollen in da Costas Brust rammten. Schiedsrichter Çüneyt Çakır zeigte Feghouli (31.) zunächst Gelb, revidierte nach Sichtung der VAR-Bilder aber seine Entscheidung und zückte Rot. In Unterzahl übernahm Trabzonspor sofort das Geschehen und profitierte von einer erneuten Unachtsamkeit Galatasarays: Ryan Donk brachte im eigenen Strafstoß Alexander Sørloth zu Fall – und Çakır zeigte auf den Elfmeterpunkt. Trabzon-Kapitän José Ernesto Sosa (41.) trat zum Strafstoß und ließ GS-Torwart Okan mit einem präzisen Schuss ins rechte obere Eck nicht den Hauch einer Abwehrchance. Mit dem Stand für 0:1 aus Sicht des türkischen Rekordmeisters ging es in die Pause.

Galatasaray hofft nur kurz – Sørloth antwortet prompt 

Fatih Terim tauschte zu Beginn des zweiten Durchgangs gleich doppelt: Stürmer Jesse Sekidika ersetzte Ömer Bayram, außerdem kam Martin Linnes für Mariano ins Spiel. Mit zehn Mann gegen die offensiv-stärkste Mannschaft der Liga, die mit einem potenziellen 2:0 jederzeit für die Entscheidung sorgen konnte, tat sich Galatasaray freilich schwer. Besonders Emre Akbaba (49./63.) sorgte aber dafür, dass sich Trabzon-Torwart Ugurcan und seine Vorderleute lange Zeit nicht über einen Sieg sicher sein konnten. Letztlich zahlte sich die Überzahl für die Gäste aber entscheidend aus: Sosa flankte von der rechten Seite weit an den zweiten Pfosten, wo der aufgerückte Linksverteidiger Filip Novak (70.) den zu zaghaften Sekidika übersprang und wuchtig in die linke Seite des Tores einköpfte – die Vorentscheidung. Als Seri einen Elfmeter in der Nachspielzeit mittig zum 1:2-Anschlusstreffer verwandelte keimte bei "Cim Bom" nochmals kurze Hoffnung auf, letztlich kam der Treffer aber zu spät um das Ruder noch herumzureißen. Stattdessen sorgte Top-Torjäger Sørloth mit seinem 21. Saisontor nach einem feinem Konter doch wieder für den Zwei-Tore-Abstand und stellte auf 3:1 für den Gast, was schließlich auch der Endstand war.