Aktuell verfügt die Türkei über die größte Anzahl an hochtalentierten und (international) begehrten Spielern seit langer Zeit. Eines der begehrtesten Talente hat sich nun allerdings für einen langfristigen Verbleib bei seinem Ausbildungsverein entschieden.

Çakır und Bayındır im Tor, Demiral und Kabak in der Abwehr, Ünder und Ömür auf den Flügeln oder Kutucu und Dervişoğlu im Sturm: das ist nur eine winzige Auswahl der jungen türkischen Spieler, die in letzter Zeit ihren Durchbruch gefeiert haben – oder diesen in absehbarer Zeit wohl feiern werden. Sie spielen bereits in der Süper Lig, in Deutschland, England oder Italien eine gute Rolle und stehen damit auch auf den Merkzetteln der internationalen Scouts weit oben. Einer der Spieler, über die in den letzten Monaten allerdings besonders viel berichtet und gemutmaßt wurde, verdient sein Geld in seinem Geburtsland, etwas außerhalb der türkischen Öffentlichkeit. Trotzdem galt Orkun Kökçü als der nächste junge Türke, der bei einem echten internationalen Schwergewicht anheuern würde. Arsenal, Sevilla und sogar der FC Barcelona sollen angeblich die Fühler nach dem 19-Jährigen ausgestreckt haben. Und Kökçü? Der schob diesen Bemühungen nun erstmal einen Riegel vor.

Bis 2025 bei Feyenoord

Bis 2025 verlängerte er nun seinen Vertrag beim niederländischen Erstligisten Feyenoord Rotterdam. Ein starkes Bekenntnis zu jenem Club, der ihn seit 2014 ausbildet und ihm auch das Vertrauen in der Eredivisie schenkte. In 22 von 25 Ligaspielen stand der zweimalige U21-Nationalspieler in der vergangenen Saison bis zum Abbruch auf dem Feld und half als Achter oder sogar Zehner mit, einen guten dritten Platz zu erreichen. Nationale und internationale Medien waren sich sicher: jetzt folgt der nächste Schritt. Aber Kökçü, der aus Haarlem stammt, scheint seine Karriere mit Bedacht vorantreiben zu wollen. Statt den großen Sprung zu einem Topclub zu wagen, wird er nun zunächst versuchen, weiter in der Wohlfühloase Feyenoord zu wachsen. Wenn er dort seine hervorragenden Leistungen in der nächsten Saison bestätigen kann, werden die Interessenten erneut anklingeln. In diesem Fall bekäme der Club, der ihm eine Chance gab, deutlich mehr Geld und der Spieler selbst wäre dem Standing als hoffnungsvolles Talent vielleicht schon ein Stück entwachsen. Nicht der schlechteste Plan.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images