Ein Fußballprofi ist in erster Linie Sportler, in zweiter allerdings auch ein großes Vorbild für Millionen Kinder und Jugendliche. Als solches müssen sich auch Manuel Neuer und David Alaba bewusst sein, dass sie dieser Rolle derzeit alles andere als gerecht werden. Warum? Weil sie in einer Zeit, in der Millionen Menschen ums Überleben kämpfen, Forderungen stellen, die so eigentlich nicht sein dürften.

Der Beruf Profifußballer ist in vielerlei Hinsicht ein Job wie viele andere auch. Möchte unser Arbeitgeber lange mit uns zusammenarbeiten, erhoffen wir uns nach einigen Jahren eine Gehaltserhöhung. Gerne schielt man darauf, was denn der Kollege, vielleicht ein paar Jahre jünger, so verdient. Diesem Prinzip bedienen sich derzeit auch Manuel Neuer und David Alaba. Was sich hier allerdings vom normalen Angestellten unterscheidet: Sie verdienen in einem Monat mehr, als der Sachbearbeiter in seinem ganzen Leben. Beide, sowohl Neuer als auch Alaba, sollen aktuell mehr als 20 Millionen Euro im Jahr fordern. Warum? Weil Robert Lewandowski und angeblich auch Lucas Hernández diese Summe gezahlt bekommen.

Vollkommen deplatzierter Zeitpunkt

Bekommen die beiden Bayernstars überhaupt mit, was sich gerade in der globalen Wirtschaft abspielt? Während die Corona-Krise ihr Unwesen treibt und Millionen Menschen weltweit ihre Existenz kosten wird, bekommt das Bayern-Duo offenbar so gar nicht genug. Getreu dem Motto "Wir sind uns selbst am nächsten" blenden sie die allgemeine Situation aus und blicken nur auf die eigenen Konten. Reihenweise werden Klubs in die Insolvenz schlittern, nur mit Hilfe der Spieler kann sie abgewendet werden. Und zwar nicht, wenn jeder zehn Prozent spendet, sondern deutlich mehr. Neuer und Alaba aber zeigen aktuell: Die allgemeine Lage interessiert uns nicht. Wir wollen mehr Geld, schließlich sind wir schon lange in München. Wieso auch sollten Multimillionäre sagen: Der Verein ist uns in dieser Zeit am wichtigsten…

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images