Der Ball ruht weiterhin in der Süper Lig. Zeit, zurückzublicken auf die bisherigen 26 Spieltage. Dies sind die zentralen Mittelfeldspieler, die der aktuellen Runde ihren Stempel aufgedrückt haben.

An dieser Stelle sei zuerst angemerkt, dass der Begriff "zentraler Mittelfeldspieler" mitunter etwas schwammig ist. Daher zur Erklärung: berücksichtigt wurden zum einen klassische Sechser, die ihren Mitspielern den Rücken freihalten und gnadenlos alles abräumen, was sich über die Mittellinie wagt. Zum anderen fallen in diese Kategorie allerdings auch Regisseure, die das Spiel ihrer Mannschaft von hinten aufbauen und lenken, also alle Spieler irgendwo zwischen Sechs und Acht.

Außerdem fällt auf dieser Position besonders auf, wie sehr sich das Ranking im Verlauf der Saison verändert hat. Spieler wie z.B. Emre Belözoğlu oder Ozan Tufan hätten nach dem ersten Drittel oder sogar im Winter vielleicht einen Platz auf dem Treppchen erreicht, konnten ihre Form allerdings nicht durchgehend halten. Für die folgenden Spieler gilt das nicht.

Platz 3: İrfan Can Kahveci (Başakşehir)

İrfan Can Kahveci fliegt gefühlt immer ein wenig unter dem Radar. Zu Unrecht, wie man auch in dieser Saison wieder festhalten muss. Vielleicht liegt es an seinem Arbeitgeber, der aufgrund seiner geringen Fanbase und äußerst kurzen Geschichte nur wenig Aufmerksamkeit erhält. Kahveci jedenfalls hat sich still und heimlich zu einem der besten Box-to-Box-Spieler der Süper Lig gemausert. Zwar ist er immer noch manchmal ein wenig zu ungestüm und kann in einigen Bereichen noch zulegen, insgesamt überzeugt der 24-Jährige allerdings mit starkem Einsatz und einer großen Beständigkeit. Nicht umsonst spielt er mittlerweile auch in der Nationalelf trotz starker Konkurrenz eine Rolle.

Platz 2: Atiba Hutchinson (Beşiktaş)

Für Atiba Hutchinson gilt das Gleiche wie für seinen Verein: der Beginn der Saison lief enttäuschend. Zunächst fehlte der Kanadier verletzt, dann fügte er sich nahtlos in das ideenlose Spiel seiner Mannschaft ein. Dass der 15-fache Meister dann allerdings weitestgehend wieder in die Spur kam, hat er zu einem großen Teil auch seinem Sechser zu verdanken. Der 37-Jährige fing sich nachhaltig und entdeckte plötzlich auf seine alten Tage sogar das Toreschießen für sich. Gerade seine Kernkompetenzen ließ er dabei allerdings nicht mehr aus den Augen und gab dem Spiel seines Teams zusammen mit Nebenmann Elneny die lange vermisste Struktur.

Platz 1: José Ernesto Sosa (Trabzonspor)

An José Ernesto Sosa führt in dieser Saison kein Weg vorbei. Nicht auf dem Feld und nicht wenn es darum geht den besten Spieler der Süper Lig zu küren. Der Argentinier ist der Kopf des Tabellenführers, ordnet das Spiel und geht als Kapitän voran. Seine statistischen Werte sind dabei herausragend, aber es ist gerade auch seine (schwer messbare) Einstellung und Ausstrahlung, die ihn unverzichtbar für den Club von der Schwarzmeerküste macht und ein echtes Faustpfand im Kampf um den Titel ist. Uğurcan Çakır und Alexander Sørloth mögen mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen, doch José Sosa ist Trabzons wichtigster Spieler und wahrscheinlich aktuell der beste Spieler der Süper Lig.

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