Ein Saisonfinale mit einem deutschen Meister? Wünschen tun wir uns das alle, wann es aber weitergeht und ob ein Saisonende realistisch ist, weiß aktuell noch niemand. Die DFL arbeitet derzeit fieberhaft an Ideen, wie man die Aspekte der Gesundheit und der sportlichen Fairness vereinen kann. Einiges deutet daraufhin, dass es eine Art Mini-WM geben könnte. Dafür sprechen in der Tat einige Punkte.

Der Modus würde vorsehen, sich einige Stadien in der Republik zu suchen, in denen dann mehrere Spiele am Tag ausgetragen werden. Genau wie bei einer WM oder EM würden gleichzeitig, natürlich in mehreren Stadien, Begegnungen stattfinden. Zuschauer sind zunächst einmal nicht vorgesehen, im Falle von Geisterspielen müsste man vor allem eine wichtige Baustelle beachten: Es darf auf keinen Fall zu Menschenansammlungen vor der Arena kommen, wie es in Gladbach und Paris passiert ist. Kommt dieser Modus tatsächlich in Frage, wird die DFL wohl eher auf Städte zurückgreifen, die nicht gerade als Corona-Herd bekannt sind. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg scheiden daher vermutlich aus.

Keine Heimvorteile mehr

Hinsichtlich der Gesundheit ist zu beachten, dass die Teams in so kleinen Gruppen wie möglich anreisen. In der jeweiligen Stadt könnte dann ein Hotel geblockt werden, bevor die Profis in Bussen zum Stadion und zurück kutschiert werden. Durch diese Lösung könnte man verhindern, dass ein Team, das besonders auswärts harmlos auftritt, keinen allzu großen Nachteil hat, weil auf die Heimfans verzichtet werden muss. Auch das Reise-Risiko lässt sich minimieren. Wichtig wäre es hierfür, Stadien auszuwählen, die eine Bus-Anreise möglich machen. Der Bundesliga ist klar: Die Saison muss ein sportliches Ende finden, um den finanziellen Schaden gering zu halten. Eine Art Mini-WM scheint eine gute Lösung darzustellen. In gut einer Woche treffen sich die Ligavertreter erneut, dann könnte die Idee des Turnier-Modus ausführlich diskutiert werden.

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