Seine Verletzung schockte den FC Bayern gewaltig. Im Oktober riss sich Niklas Süle nicht nur das Kreuzband, auch der Meniskus wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nach seinem zweiten Kreuzbandriss war eigentlich allen klar: Die Saison ist gelaufen, auch die Europameisterschaft kann er vergessen. Jetzt verriet Süle: Ab Montag wird wieder gelaufen! Er schuftet täglich für sein Comeback und zeigt: Das Turnier wird nicht ohne mich stattfinden!

Das freut nicht nur Hansi Flick, sondern vor allem Bundestrainer Joachim Löw. Beide Übungsleiter wissen: Auf einen fitten Niklas Süle kann man eigentlich nicht verzichten. Die Bayern haben eine gute Lösung mit David Alaba gefunden, der im Abwehrzentrum fehlerhaft spielt. Der Platz daneben allerdings warte auf Süle. Jérome Boateng macht seine Sache nicht schlecht, doch an Süle kommt er nicht heran. In der deutschen Nationalmannschaft sieht die Situation noch gravierender aus. Hier hat Jogi Löw überhaupt keinen Spieler, der in der Innenverteidigung auf Süles Niveau kommt. Für den Bundestrainer ist eine schnelle Genesung des 24-Jährigen immens wichtig.

Wann folgt das Comeback?

"Montag fange ich wieder mit dem Laufen an.", so ein kämpferischer Niklas Süle. Prognosen, wann er wieder mit der Mannschaft trainieren könnte, wollte er jedoch nicht abgeben, denn er weiß: Es ist nicht mein erster Kreuzbandriss. Will ich zu früh zu viel, ist nicht nur das Turnier 2020 verloren, sondern vielleicht auch ein Teil der kommenden Saison. Eine Art Vorbild könnte Sami Khedira sein. Als er sich im November 2013 das Kreuzband riss, war jedem klar: Die WM 2014 kann er vergessen. Im Juni trumpfte er in Brasilien groß auf und wurde Weltmeister. Allerdings war es bei Khedira auch der erste Kreuzbandriss. Die Bayern gehen vorsichtig mit Süle um, denn die Krankenakte von Holger Badstuber ist ein warnendes Beispiel. Niklas Süle aber zeigt: Mit mir ist zu rechnen. Wundern würde es keinen, wenn er in drei Monaten wieder fit ist.

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