Was war das für ein nervenaufreibendes Jahr für den FC Bayern und seine Fans. Man holte das Double, entließ den Trainer, verabschiedete Legenden und musste auch heftige Niederlagen einstecken. 2019 gab es an der Isar sehr viel Licht, aber auch ein wenig Schatten. Langweilig, das ist sicher, wurde es an der Säbener Straße nie! Ein Kommentar von LIGABlatt-Redakteurin Isabella Lößl.

Die nationale Aufholjagd

Mit sechs Punkten Rückstand gingen die Münchner in die Rückrunde, so schnell wie möglich wollten sie zum Tabellenführer aus Dortmund aufschließen. Der Start in die zweite Halbserie gelang: 3:1 gegen Hoffenheim, 4:1 gegen Stuttgart. Letztendlich verloren die Bayern nur ein Spiel und absolvierten die zweitbeste Rückrunde in ihrer Vereinsgeschichte. Den Münchner gelang es, die zwischenzeitlichen neun Punkte aufzuholen und mit zwei Punkten Vorsprung den Titel ein sechstes Mal in Folge zu verteidigen.

Das Champions-League-Aus im Achtelfinale

Der Gewinn der Königsklasse war das große Ziel des deutschen Rekordmeisters, doch alles kam anders. Die Auslosung hatte kein Erbarmen, man bekam es im Achtelfinale mit dem FC Liverpool, dem absoluten Titelfavoriten, zu tun. Das 0:0 im Hinspiel an der Anfield Road war mehr als beachtlich. Im Rückspiel jedoch schafften es die Bayern nicht, zu überzeugen. 1:3 – das Aus im Achtelfinale!

Ein neuer Rekord-Transfer

Javi Martínez, der 2012 für 40 Millionen Euro kam, führte die Liste der Rekordeinkäufe bislang an. Ende März 2019 wurde er von der Spitze verdrängt. Die Bayern vermeldeten: Lucas Hernández, Defensivallrounder von Atlético Madrid, kommt für stolze 80 Millionen Euro! Gelohnt hat sich diese Rekordausgabe noch nicht. Hernández kam nur behäbig in die Saison und verletzte sich schwer. Erst im Februar wird er wieder zurück erwartet.

Die Meisterschaft am letzten Spieltag und der Double-Gewinn

Die Münchner Aufholjagd fand seine Belohnung am 34. Spieltag. Bayern spielte Zuhause gegen Eintracht Frankfurt, Dortmund bei Borussia Mönchengladbach. Klar war: Den Münchner genügt ein Unentschieden, dann ist das Ergebnis des BVB egal. Alles stand auf dem Spiel, als die SGE die Münchner Führung ausglich. Es stand 1:1, während Dortmund führte. Ein einziges Törchen hätte alles zunichte gemacht, doch die Bayern ließen sich die siebte deutsche Meisterschaft in Folge nicht mehr nehmen. Am Ende siegten sie mit 5:1. Wenige Monate, nachdem der Titel bei neun Punkten Rückstand auf einen schier unschlagbaren BVB abgeschrieben war, war die Meisterschale wieder einmal in München!  Eine Woche später schnappten sich die Münchner auch noch den DFB-Pokal. Dank einer bärenstarken Leistung ließ man RB Leipzig beim 3:0 keine Chance.

Die Abschiede von Franck Ribéry und Arjen Robben

Nach der Meisterschaft flossen viele Tränen bei Spielern, Verantwortlichen und Fans. Es war nicht etwa der Titel, der für solch große Emotionen sorgte. Arjen Robben und Franck Ribéry sagten Servus. Und wie? Mit jeweils einem Traumtor. Gegen die Eintracht wurden die beiden eingewechselt und trafen sofort. Ribéry weinte, Hoeneß weinte, die Fans weinten. Nach zehn bzw. zwölf Jahren gingen die beiden Vereinsikonen von Bord. Unvergessen die Szenen, als Ribéry nach Spielende vor der Südkurve stand, und sich unter Tränen von seinen Fans verabschiedete. Diese beiden werden in München ewig unvergessen bleiben!

Foto: John MacDougall/Getty Images