Nach einer starken Saison bei Juventus steht Emre Can in diesem Jahr auf dem Abstellgleis. Die Gerüchte über einen Wechsel reißen daher nicht ab.

Emre Can dürfte die Welt nicht mehr verstehen. In der letzten Saison war der gebürtige Frankfurter aus dem Mittelfeld der „Alte Dame“ nicht wegzudenken, absolvierte insgesamt 37 Spiele und half so dabei, dass Juve die Serie A mit elf Punkten Vorsprung vor Neapel gewann. Länderspiele in dieser Zeit? Fehlanzeige. Can beschwerte sich noch im März in einem Interview über die Nichtberücksichtigung und äußerte Unverständnis. In dieser Saison hat sich seine Situation in der Nationalelf gewandelt: nach einem Kurzeinsatz gegen Nordirland stand er gegen Argentinien 90 Minuten auf dem Feld. Es folgte ein weiterer (dieses Mal erzwungener) Kurzeinsatz gegen Estland, als er nach einer Viertelstunde die Rote Karte sah und dann – nach abgesessener Sperre – weitere 90 Minuten erneut gegen Nordirland. Leider hat sich auch im Verein seine Situation grundlegend geändert: Maurizio Sarri nominierte den 25-Jährigen nicht für die Champions League und setzte ihn auch in der Serie A nur viermal ein (drei Einwechslungen, eine Auswechslung). Zwar ruderte Can nach einer ersten öffentlichen Beschwerde zurück, seine Zeit bei Juventus dürfte sich aber dennoch dem Ende zuneigen.

Europas Schwergewichte bringen sich in Stellung

An Interessenten für den vielseitigen Mittelfeldspieler scheint es nicht zu mangeln. Can, der bereits auf der Sechs, der Acht, beiden Außenverteidigerpositionen und als Innenverteidiger in Dreier- und Viererkette gespielt hat, soll dabei sowohl beim BVB als auch dem FC Bayern ein Kandidat sein. Dazu kam bereits im Sommer das (vermeintliche) Interesse des FC Barcelona und immer wieder Gerüchte über den französischen Serienmeister Paris Saint-Germain. Zwar würde sich sicherlich kein Trainer grundsätzlich gegen einen hochwertigen Allrounder wehren, wirklich Bedarf scheint aber zunächst eigentlich keiner der genannten Vereine zu haben. Entweder gibt es bereits viele Spieler auf der entsprechenden Position (wie z.B. bei PSG) oder der entsprechende Verein setzt auf andere Spielertypen (wie z.B. Bayern). Trotzdem ist davon auszugehen, dass Can in der Rückrunde auf deutlich mehr Spielanteile kommen wird. Er selbst gab zu Protokoll, dass er sich am liebsten bei Juventus durchsetzen würde. Sollte ihm das nicht gelingen, gäbe es sicherlich einige Spitzenklubs, die Verwendung für den deutschen Nationalspieler hätten. So würde er auch seine Position unter Joachim Löw festigen.

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