Es sollte der große Neustart der im Grunde schon beendeten Karriere werden. Als der Einstieg von Lamar Odom in die BIG3 verkündet wurde, schien es, als könne der abgestürzte Ex-Star der LA Lakers noch ein letztes Mal für sportliche Schlagzeilen sorgen. Sogar ein anschließendes Engagement in China oder Europa war angedacht – doch nun scheint der ambitionierte Traum schon früh geplatzt zu sein.

"Totgesagte leben länger" titelte die renommierte "Basket" in ihrer jüngsten Ausgabe. Die gerne genutzte Phrase passte bei Odom wie die vielzitierte Faust aufs Auge. Nach wilden vier Nächten voller Alkohol, Drogen und Prostituierter brach der Ex-Mann von Reality-Star Khloé Kardashian im Herbst 2015 zusammen. Zwölf Schlaganfälle und sechs Herzattacken soll er erlitten haben, während die Ärzte um sein Leben kämpften. Ein scheinbar aussichtloser Kampf. Doch Odom gewann ihn.

Das Märchen bleibt aus

"Als ich aufgewacht bin und nicht laufen konnte, hätte ich nie daran geglaubt, noch einmal auf einem Court zu stehen", gab Odom zu Protokoll. Auf eben jenen Court aber kehrte der inzwischen 39-Jährige in der von Ice Cube ins Leben gerufenen Altstar-Liga BIG3 in diesem Sommer zurück – ein vermeintliches Basketball-Märchen.

Vermeintlich deshalb, weil es bei einem einzigen Auftritt für das Team der Enemies bleiben sollte. Zwei Punkte gelangen dem Power Forward, dazu vier Rebounds und ein Assist. In den kommenden zwei Partien blieb Odom außen vor, bevor dann die nächste Hiobsbotschaft auf den gebürtigen New Yorker warten sollte.

"Ich bin extrem enttäuscht"

Aus offiziell gesundheitlichen Gründen wurde Odom ohne Rücksprache deaktiviert, also aus dem Spielbetrieb genommen. Eine enorme Enttäuschung, wie der ehemalige Teamkollege von Dirk Nowitzki (die beiden spielten 2011-12 in Dallas zusammen) unumwunden per Instagram zu Protokoll gab.

"Ich war vor der Vertragsunterzeichnung 100% transparent über meinen Zustand, aber zu diesem Zeitpunkt war es kein Problem", schrieb er. "Mir wurde nach dem ersten Spiel gesagt, dass ich zusätzliche Zeit bekommen würde, um stärker zu werden. Ich habe täglich hart gearbeitet, um in eine bessere Spielform zu kommen."

Odom bleibt kämpferisch

Doch der Sixth Man of the Year 2011 bleibt auch kämpferisch. Ganz so, wie er es trotz aller Rückschläge immer gehandhabt hat. "Ich bin mir bewusst, dass wir irgendwann im Leben akzeptieren und uns dem unterwerfen müssen, was Gott für uns geplant hat – also bleibe ich positiv. Ich habe sehr hart gearbeitet, um ein Comeback in meinem Leben zu erreichen. Und nichts kann mich aufhalten", führte er weiter aus. Es scheint, als sei die Geschichte Lamar Odoms noch lange nicht zu Ende erzählt.