Kein europäischer Fußball für die Mannschaft des AC Mailand in der kommenden Saison! Die Lombarden müssen auf Grund von Verstößen gegen das Financial Fairplay auf ihre Teilnahme am Wettbewerb verzichten. Der internationale Sportgerichtshof CAS traf diese Entscheidung am heutigen Freitag in Lausanne. Die Fans fragen sich: Wieso nur unser AC Mailand? Wieso nicht Manchester City oder Paris? Ein Kommentar von LIGABlatt-Redakteurin Isabella Lößl.

Nur ein einziger Punkt fehlte dem AC Mailand vor wenigen Wochen, um sich erstmal seit 2013/14 wieder für die Champions League zu qualifizieren. Nun verpasst die Rossoneri nicht nur die Königsklasse, sondern auch die Europa League. Milan waren durch UEFA-Kontrolleure für die Berichtszeiträume 2015-2017 und 2016-2018 erhebliche Verstöße gegen die Vorschriften des Financial Fairplay nachgewiesen worden. Die Ungereimtheiten fielen bei einem geschlossenen Vergleich zwischen dem Verein und dem europäischen Fußballverband auf. Zwischen 2015 und 2017 hätten die Italiener einen Verlust von 30 Millionen Euro bei Spielertransfers erwirtschaften dürfen. Diese Grenze wurde mit einem Minus von 255 Millionen deutlich übertroffen. Schon vor einem Jahr kam man beim Sportgerichtshof CAS zu dem Entschluss, Milan für eine Saison europäisch zu sperren. Der 19-malige italienische Meister konnte die Sperre erfolgreich anfechten, musste aber weitere Prüfungen über sich ergehen lassen. Bei diesen Untersuchungen kam es zu den Auffälligkeiten, die die Disqualifikation nun endgültig machten. Hätten die Lombarden der Sperre nicht zugestimmt, wären noch schärfere Sanktionen verhängt worden

Ermittlungen auch gegen Paris, Manchester und Co.?

Die offizielle Regelung, gegen die die Italiener verstoßen haben, wird wie folgt definiert: "Europäischen Mannschaften ist es erlaubt, bis zu fünf Millionen Euro mehr auszugeben, als sie in den drei Spielzeiten zuvor insgesamt eingenommen haben." Seit Jahren prüft die UEFA, wie die beiden schwerreichen Vereine Paris Saint-Germain und Manchester City ihre finanziellen Geschicke leiten. Angeblich sollen auch die Citizens vor einem Ausschluss aus dem europäischen Wettbewerb stehen. Es heißt, der englische Meister hätte Sponsorenverträge künstlich ausgeweitet, um so die Gelder einiger Investoren zu verstecken. Auch Real Madrid müsste nach den offiziellen Regelungen unter Beobachtung stehen. Bislang gaben die Königlichen 300 Millionen Euro aus. Auf dem Wunschzettel der Spanier stehen weitere Spieler, sodass man eigentlich noch Verkäufe anvisieren müsste, die 300 Millionen in die Kassen spülen.

Paris Saint-Germain wird seit Jahren vorgeworfen, gegen das Financial Fairplay zu verstoßen. Unternommen hat die UEFA bislang nichts. Die Fans des AC Milan sehen sich als Bauernopfer. Gegen die großen Klubs aus der Königsklasse werden keine Strafen verhängt, gegen die Italiener jedoch schon. PSG umgeht die fehlenden Einnahmen durch Spielerverkäufe, indem man auf einen neuen Trikotsponsor setzt.
Wird die UEFA ihre harte Linie, die nun den AC Milan getroffen hat, auch bei den Vertretern der Champions League anwenden? Oder schafft man es nicht, die eigens kreierten Regeln für alle Vereine geltend zu machen?

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