Ein nächtliches Vergnügen mit Prostituierten des Beşiktaş-Nachwuchses auf Rhodos erschüttert die türkische Fußballwelt. Der Klub hat sich zu dem vermeintlichen Vorfall noch nicht geäußert. Die Konsequenzen müssen aber weitreichend sein! Spieler und Verantwortliche stehen vor dem Aus – wäre da nicht Stadtrivale Fenerbahçe. Bereits jetzt ist es ein Skandal, der im Juniorenbereich seines Gleichen sucht. Ein Kommentar von LIGABlatt-Redakteur Mario Herb.

Was sich die Nachwuchskicker des Traditionsklubs Beşiktaş in der vergangenen Samstagnacht erlaubt haben, steht in keinerlei Verhältnis mehr, ist nicht mehr schön zu reden und absolut inakzeptabel. Wie deutsche Medien als erstes berichteten, vergnügte sich die B-Jugend Beşiktaş' (Jahrgang 2003) im Rahmen eines Jugend-Turniers auf der Insel Rhodos mit einheimischen Prostituierten. Dem nächtlichen Spaß folgte am Morgen der protzige Gang zum Frühstücksbuffet – inklusive der zahlreichen Damen! Erst durch diesen zweiten, ebenfalls unsäglichen Vorgang, kam der Skandal ans Licht und an die breite Öffentlichkeit.

Beşiktaş selbst hielt sich bislang mit einer öffentlichen Stellungnahme zurück, kündigte aber "weitreichende und angemessene" Konsequenzen an. So seien alle im Fall involvierten Spieler bereits auf unbestimmte Zeit suspendiert worden. Ob Trainer oder andere Klubverantwortliche, die ebenfalls in Rhodos dabei waren, davon wussten oder gar direkt mit dabei waren, ist bislang unklar. So viel ist aber sicher: Die Trainer und Verantwortlichen respektive die "Erwachsenen" tragen die Verantwortung für die Spieler, die in weiten Teilen erst 16 oder gar 15 Jahre alt sind. Ein übles Nachspiel muss es deshalb auch für sie geben!

Dass sich Profisportler, insbesondere Fußballer, des Öfteren mit käuflichen Frauen vergnügen ist zwar unbestritten unangebracht, in der zum Teil perversen Welt des Sports aber auch nichts Neues. Dass allerdings ein Junioren-Team in ein solches Szenario gerät, ist äußerst selten und erschreckend zu gleich.

Nicht minder abstoßend und peinlich fällt dabei ins Gewicht, dass ausgerechnet Erzrivale und Stadtnachbar Fenerbahçe den jungen "Sündern" jetzt eine zweite Chance geben möchte: Laut Medienberichten haben sich die "Kanarienvögel" bereits mit den suspendierten Spieler darauf verständigt, ihre fußballerische Ausbildung in Kadıköy fortsetzen zu können.