Ein Showdown war angekündigt – und es wurde einer! Am Ende einer nervenaufreibenden Partie siegte Galatasaray am Sonntagabend durch Tore von Onyekuru und Fernando mit 2:0 gegen Stadtrivale Beşiktaş und grüßt nun von ganz oben. Zweimal verschlief Beşiktaş schnell ausgeführte Einwürfe.

Galatasaray-Trainer Fatih Terim tauschte nach dem müden 0:0-Unentschieden in Konya auf lediglich einer Position: In der Abwehr verteidigte Marcão wieder neben Luyindama, wodurch Donk auf die Sechserposition rutschte und Ndiaye auf die Bank beförderte. Beşiktaş-Trainer Şenol Güneş wechselte nach dem 4:1-Erfolg gegen Ankara ebenfalls nur einmal: Neçip Uysal begann für Güven Yalçın.

Die Bedeutung der Partie war von Beginn an auf beiden Seiten zu spüren, sodass offensiven Risiko und Torraumszenen in der ersten halben Stunde praktisch nicht vorhanden waren. Wenn überhaupt wurden eher zahme Angriffsversuche der Hausherren von der Beşiktaş-Abwehr im letzten Moment geblockt. Dann aber nahm die Partie an Fahrt auf: Erst wurde der vermeintliche Führungstreffer von Diagne (29.) wegen vorherigem Abseits vom VAR zurückgenommen, dann prüfte Onyekuru (33./37.) Karius gleich doppelt. Im dritten Duell des deutschen Keepers gegen den nigerianischen Flügelflitzer blieb letzterer Sieger: Über die linke Seite initiierte Galatasaray einen Angriff über Fernando und Diagne, an dessen Ende Onyekuru (44.) den Ball, am ausgespielten Karius, nur noch mühelos über die Linie schieben musste. Die Proteste auf Seiten der Gäste, die im Zuge des Angriffs ein Foulspiel eines "Löwen" gesehen haben wollen, waren allerdings groß. Schiedsrichter Bülent Yildırım sah sich die Szene nochmals an, entschied dann auf Tor und zeigte Gökhan Gönul und Ljajić noch gelb wegen Meckern – eine höchst strittige Entscheidung!

Fernando erhöht gegen schläfrige "Adler"

Der zweite Durchgang begann mit einer folgenschweren Schlafmützigkeit Beşiktaş': Bei einem Einwurf zeigte sich der gesamte Defensivverbund der Gäste im Tiefschlaf, sodass Fernando (58.) frei auf Karius zu lief und nach per Abpraller ebenfalls locker einschieben konnte. Erst jetzt wachten die "Schwarzen Adler" auf und kamen zu guten Gelegenheiten: Vidas Kopfball (60.) wurde auf der Linie geklärt, Ljajić (62.) scheiterte aus kurzer Distanz. Dann wieder Stress um den VAR. Vorausgegangen war ein angebliches Foul Vidas an Diagne im Strafraum. Referee Yildırım nahm die anfängliche Elfmeter-Entscheidung (68.) nach Rücksprache zurück. In der Schlussphase verweigerte Galatasaray-Keeper Muslera den Gästen gleich zweimal den möglichen Anschlusstreffer (77./82.) und hielt den Derbysieg fest.