In Baden-Württemberg hat sich die Anzahl der festen Blitzer nach dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt! Rund 1.300 feste Blitzer kontrollieren die Autofahrer im Ländle, hinzu kommen die flexibel einsetzbaren mobilen Blitzer – wie etwa der neue "Enforcement-Trailer". Die Städte Stuttgart und Heilbronn haben bereits neue Bestellungen getätigt. Zum Vergleich: In Spanien gibt es rund 1.800 Blitzer, in Österreich 1.300 (laut "Radarfalle"). Ein Kommentar von LIGABlatt-Chefredakteur Fatih Şenel.

Was ist eigentlich Los im Ländle? Weltweit gibt es nirgendwo eine so hohe Dichte an Blitzern wie in Baden-Württemberg. Dabei geht es augenscheinlich nicht immer um die Verkehrssicherheit oder um die vermehrte Kontrolle an Unfallschwerpunkten. Speziell in 30er und 70er Zonen liebäugeln die Gemeinden und Städte mit mobilen Blitzern der neusten Generation. Dieser ist gepanzert, kann abgesenkt werden und auch über Nacht einsetzbar.

Städte und Gemeinden ordern mehr mobile Blitzer

So stößt man heute in Baden-Württemberg gefühlt auf mehr auf Abzocke, als auf eine 100 Prozent belegbare sicherheitsfördernde Verkehrskontrollmaßnahme mittels mobile Blitzer. Eine Fahrt auf der Bundesstraße 293 in der Kalenderwoche 14 machte mich mehr als stutzig. Als Autofahrer muss man sich heute wirklich Gedanken machen, ob man lieber abrupt abbremst, weil gleich mehrere mobile Blitzer einem begegnen. Frech dabei ist, dass auch keine Warnschilder eingesetzt werden. Man kann absolut verstehen, dass vor Schulen, Kindergärten etc. mehr Kontrollen durchgeführt werden, doch der Einsatz dieses gegenwärtigen Blitzer-Kollektivs ist wirklich pervertiert.

Unfälle haben trotz Blitzer zugenommen

Die Gemeinden und Städte in Baden-Württemberg zocken die Fahrer mit Kalkül immer mehr ab. Moderne Geräte von 75.000 bis 200.000 Euro amortisieren sich schon nach wenigen Monaten. Für die Gemeinden und Städte lohnt sich das Geschäft also. Hiermit werden die Kassen auf Vordermann gebracht.

Ach ja, und die Unfallzahlen gehen durch die Vielzahl der Blitzer wirklich zurück? Weit gefehlt! Wer recherchiert findet heraus, dass in Baden-Württemberg die Unfälle gestiegen sind. Bei insgesamt 326.457 Unfällen im Straßenverkehr (2016: 314.875) kamen 458 Menschen ums Leben. Im Vorjahr waren es 405 Tote gewesen. Eine Verkehrsüberwachung sieht anders aus. Hier sind die Verantwortlichen leider viel zu lakonisch und machen sich einfach.

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