Wer kennt den Golf Country nicht! Als Urvater der SUV-Szene lange Zeit nicht wirklich ernst genommen, avanciert er mittlerweile zum Sammlerobjekt und erlangt noch vor der Oldtimerzulassung Kultstatus. Gut erhaltene Modelle steigen rasant im Wert. Das es auch ein Cabrio gegeben hat, ist den wenigsten bekannt.

Von Bernd’s Cabrio Cars

Gestatten: Biagini Passo mein Name und ich komme auf Basis Golf II Country und Golf I Cabrio Karosse daher.  Wie bitte, ja (smile). Da es kein Golf II Cabrio gab musste eben die Golf 1 Karosse herhalten und wurde entsprechend. dem italienischem Design angepasst. Veränderte Front mit Rammschutz und höhergelegter Motorhaube, hinten eine große Heckklappe und das Armaturenbrett mit einem Haltebügel überspannt fürs Grobe. Ich bin sogar eines der Seltensten mit Anhängerkupplung und darf 1,5 Tonnen (!) an den Haken nehmen. Selbstverständlich abnehmbar. Und ja, es gibt mich wirklich.

Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, über die Anzahl der gebauten Einheiten nicht.  Ganze 67 Stück wurden gebaut zwischen 1992 -1993, dann ging den Italienern die Puste, sprich das Geld aus, obwohl das FZG offiziell über das deutsche VW-Händlernetz verkauft wurde.  Ich bin Nr. 63 (so wurde es gesagt) und habe es bereits bis in die "Classic Cars" der Ausgabe 09/17 geschafft. Wie viele Exemplare außer mir es bis in die heute Zeit geschafft haben ist nicht überliefert, aber hier in Deutschland sind es nach vorsichtigen Schätzungen nicht mehr als drei bis fünf Fahrzeuge. Auf der einen Seite die nicht wirklich gute Rostvorsorge dezimierten das Volumen sowie die Tatsache, das es keine Ersatzteile mehr gibt für die Karosserieteile. Das Kraftfahrbundesamt (KBA) wollte mir keine Auskunft erteilen wie viele zugelassene Fahrzeuge es aktuell gibt, aber wer ein solches Exemplar sein Eigen nennt darf sich gerne melden. Also ein wirklicher Exote mit guten Chancen in Sachen Wertsteigerung – alleine schon wegen der extrem geringen Stückzahl und natürlich der Großserientechnik VW Country.