FIFA erklärt Videobeweis zur neuen Regel

Jetzt ist es amtlich. Zumindest bei internationalen Spielen wird der Videobeweis obligatorisch als offizielle Regel eingeführt. Das hat ein achtköpfiges Gremium aus Funktionären der FIFA und des International Football Association Board (IFAB) am 3. März in Zürich beschlossen.

Bereits bei der WM in Russland soll der Videobeweis erstmalig bei einem großen Turnier zum Einsatz kommen. Den nationalen Ligen bleibt es derzeit noch freigestellt, ob sie den Videobeweis einführen wollen. Bei den kommenden Qualifikationen zur Fußball Weltmeister- und Europameisterschaft wird der Videoschiedsrichter jedoch bereits zum festen Inventar an der Seitenlinie der Stadien gehören.

Testphase bei Länderspielen nicht ohne Probleme

Jüngst hatte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin in einer Stellungnahme erklärt, dass die UEFA den Videobeweis auch in der kommenden UEFA Champions League noch nicht einführen will. Der slowenische Funktionär erklärte, er sehe noch zu viele Konfusionen rund um die Entscheidungen die per Videobeweis getroffen wurden. Tatsächlich gab es beim Confed Cup 2017 in Russland erhebliche Irritationen und Diskussionen. Viele werden sich noch daran erinnern, als der Portugiese André Gomes nach 20 Minuten getroffen hatte und alle schon über die Führung jubelten. Schiedsrichter Nestor Pitana brauchte jedoch mehrere Vorführungen und mehr als eine Minute, um zu entscheiden, dass das Tor nicht gilt. Später, im gleichen Spiel, kam es wiederum zum zu einer zweiminütigen Videoanalyse, bevor das 2:1 durch Cédric Soares für offiziell erklärt wurde. Kurz vor der Fußball Weltmeisterschaft, die ab Juni 2018 in Russland ausgetragen wird, ist man bei den Oberen in der Züricher FIFA-Zentrale nun zu dem Ergebnis gekommen, dass genug getestet wurde und hat den Videobeweis jetzt offiziell zur Regel erklärt. Übrigens können jetzt auch schon Tipps auf die Partien in der Gruppenphase bei der WM 2018 platziert werden. Live-Streams für den Videobeweis zu Hause wird es auch geben. Mehr bei livewetten.net.

Nicht alle Verbände sind begeistert

In der Fußball Bundesliga, in der italienischen Serie A und in der Holländischen Eredivisie wurde der Videobeweis bereits testweise eingeführt. Mit unterschiedlicher Resonanz. In der Bundesliga traten mehrfach technische Schwierigkeiten auf. In Italien gab es durch den Videobeweis drei Elfmeter gegen Juventus Turin in zwei Spielen, wobei mindestens ein Elfmeter eine klare Fehlentscheidung war, da vor dem Foul bereits eine klare Abseits-Position bestand. Der Videoschiedsrichter musste in den beiden Spielen sogar insgesamt zwölfmal ran, wodurch es in der Summe zu sehr langen Unterbrechungen kam. Torhüter Buffon sagte darauf sinngemäß, dass der Fußball so zum Wasserball verkommt. Nach einer strittigen Szene in der Partie zwischen Zwolle und Utrecht musste sogar die Polizei eingreifen, als aufgebrachte Fans versuchten einen Bus mit den Videoschiedsrichtern zu stürmen.

Türkischer Verband gibt sich aufgeschlossen

Bei den Vereinen in der Türkei gibt man sich gelassener bei dem Thema. Dursun Özbek, bis Januar 2018, Präsident bei Galatasaray sagte, dass der Videobeweis wohl bald in der Süper Lig eingeführt werde. Hier werden eher die Vorteile gesehen: Spielmanipulationen kann vorgebeugt und die Arbeit der Schiedsrichter vereinfacht werden. In den türkischen Liga-Spielen komme es schließlich öfters vor, dass der Unparteiische in den Augen der Fans und Vereine die alleinige Schuld für Niederlagen einiger Teams trägt und sich entsprechender Tiraden erwehren muss. Die Mannen in Schwarz können vielleicht so ein wenig aus der Schusslinie geholt und die türkischen Gemüter etwas besänftigt werden.