Im Derby und Verfolgerduell hat Beşiktaş den Stadtrivalen Fenerbahçe mit 3:1 geschlagen und ist somit an der Kocaman-Elf vorbeigezogen. Die Tore für Beşiktaş erzielten Quaresma (2) und Vida, zuvor hatte Fernandão die Gäste in Führung gebracht.

Nach der 0:5-Pleite in München änderte Şenol Güneş seine Startelf auf drei Positionen. Für die gesperrten Pepe und Talisca begannen Duško Tošić und Tolgay Arslan. Zudem ersetzte Gökhan Gönül Caner Erkin. Oğuzhan Özyakup fehlte wegen Magenbeschwerden. Bei den Gästen hatte Trainer Kocaman nach dem 3:0-Sieg gegen Alanyaspor wenig Veranlassung zur Rotation. Für den gesperrten Hasan Ali Kaldırım begann İsmail Köybaşı, zudem startete Nabil Dirar für Mathieu Valbuena.

Fernandão lässt "Kanarien" früh jubeln

Die Begegnung begann schwungvoll – und mit der ersten klaren Chance sollten die Gäste in Führung gehen. Nach einer scharfen Hereingabe konnte Fabricio nur unzureichend abwehren – Giuliano scheiterte zunächst, doch Fernandão (9.) brachte, allerdings aus glasklarer Abseitsstellung, das Leder im leeren Kasten unter. Abseits daher, weil Fernandão zum Zeitpunkt des Schusses von Giuliano hinter Torhüter Fabricio stand – und nur noch ein Beşiktaş-Verteidiger auf gleicher Höhe stand. Linienrichter Tarık Ongun hätte dies sehen müssen, denn er hat öfters CL-Einsätze.

Beşiktaş brauchte etwas, um den Schock zu verdauen. Nach katastrophalem Tošić-Fehlpass hätte Fernandão (20.) zudem erhöhen können.

Die "Schwarzen Adler" blieben zunächst blass, konnten in Form eines Lóve-Schusses (27.) aber immerhin mal für ein kleines Ausrufezeichen sorgen. Bis zum Strafraum sah das Spiel des Achtelfinalisten ordentlich aus, doch im Zentrum ging Beşiktaş oftmals die Genauigkeit ab. Und dann musste Gästeschlussmann Kameni doch eingreifen – und zwar so richtig. Einen Quaresma-Schuss (36.) entschärfte der Kameruner sehenswert und hielt somit zunächst die knappe Fenerbahçe-Führung fest.

Die Partie wurde zunehmend härter. Mit drei gelben Karten bis zu Pause wurde zwar bei Weitem nicht das Niveau des Hinspiels erreicht, doch in Kombination mit der geräuschvollen und emotionalen Kulisse des Vodafone Parks wurden schon erste Erinnerungen an jenes Spiel wahr.

Vida gleicht brachial per Kopf aus

Beşiktaş kam mit Dampf aus der Kabine und konnte schnell ausgleichen. Nach Gönül-Flanke war Vida (49.) zur Stelle und ließ Kameni mit einem wuchtigen Kopfball keine Chance. Und die Gastgeber wollten nun mehr: Ein Hutchinson-Schuss konnte von der Fenerbahçe-Defensive (54.) mit letzter Kraft geklärt werden.

Die Gastgeber blieben am Drücker und hatten Pech, dass weder Babel (64.) noch Quaresma (67.) mit ihren Abschlüssen für Zählbares sorgen konnten. Die dickste Chance aber bot sich dem eingewechselten Negredo (74.), der mit seinem Kopfball an Kameni scheiterte.

Beşiktaş belohnt sich mit Quaresma

Und dann war es doch soweit – und das Tor hätte nicht schöner fallen können: Mit seinem ihm eigenen Außenrist-Schuss schloss Ricardo Quaresma (77.) äußerst sehenswert vom Sechzehnereck ab und traf zum völlig verdienten 2:1.

Fenerbahçe versuchte sich nun nochmal im Offensivspiel, doch die Kanarien fanden keine Möglichkeiten, um den Gastgebern so wirklich zuzusetzen. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit krönte sich Quaresma endgültig zum König von Istanbul und drosch das Leder aus spitzem Winkel zum umjubelten 3:1-Endstand ein.